Strom TV

Was tun gegen die drohenden Stromengpässe?

28.07.2009

Damit der Schweiz der Strom nicht ausgeht befürwortet der Bund den Bau neuer Grosskraftwerke. SP Nationalrat Rudolf Rechsteiner ist gegen diese Strategie – er setzt auf Wind- und Sonnenenergie. Für Journalist und KKW-Befürworter Alex Baur reicht der Ausbau der Erneuerbaren nicht, um Stromengpässe zu verhindern. Bei Strom TV sprechen die beiden über ihre Vorstellung einer optimalen Stromversorgung.

Kommentare (57)
  • Plastik gegen atom! 25.12.2009

    Wir werfen PET- Flaschen und anderen Plastik in den Müll und die Müllverbrennungen machen mehr Strom als die blöden Atomkraftwerke!
    Es gibt in jedem Kanton der Schweiz Müllverbrennungen, aber nur in wenigen ein Atomkraftwerk!
    AKW`s sind unsinnig und überflüssig!
    die Plastikguerilla besiegt die Atomlibby

  • Benedikt Jorns 13.12.2009

    Die Entwicklung eines neuen KKW-Reaktors ist sehr aufwändig und mit grossen Vorinvestitionen verbunden. Einzelne Elemente können ausreichend erprobt werden und im Kernforschungszentrum Cadarache in Südfrankreich sind Katastrophenfälle simulierbar, um neue Erkenntnisse zur Vermeidung eines Super-GAU zu erhalten. Doch ist es nicht möglich, KKW umfassenden Tests zu unterziehen. Zudem dauert die Bauzeit eines KKW derart lang und die Kosten sind derart hoch, dass die Weiterentwicklung nicht beliebig beschleunigt werden kann. Besonders langwierig ist die Entwicklung des ersten Fusionsreaktors. Insgesamt gegen hundert Jahre wird sie voraussichtlich dauern. Dass die verantwortlichen Experten seit der Katastrophe von Tschernobyl die Sicherheit von neuen KKW-Typen sehr gewissenhaft überprüfen und im Zweifelsfall kritische Bedenken äussern, ist nicht nur verständlich, sondern ein wichtiger Bestandteil der Weiterentwicklung.

    Wenn Areva auf die Kritik der Prüfexperten rasch und effizient mit Verbesserungen des EPR reagiert, ist die Firma im internationalen KKW-Markt gut positioniert. Es ist klar, dass nach den verständlichen Moratorien beim Neubau von Kernkraftwerken das geforderte Fachwissen neu aufgebaut werden muss. Während den kommenden ca. 20 Jahren wird die weltweite Energiegewinnung aus Kernenergie zurückgehen. Viele KKW erreichen in dieser Zeit ihre maximale Lebensdauer und können nicht so schnell ersetzt werden. Langfristig haben wir gar keine andere Wahl, als unsere Energieversorgung mit erneuerbaren Energien und Kernenergie abzudecken.

    Ob wir heute mehr oder weniger KKW bauen, Solarpannels installieren und Windkraftwerke erstellen ist weniger wichtig, als dass wir alle denkbaren Arten von Anlagen in so grosser Zahl und in verschiedenen Ländern betreiben, dass die allseitig zu fördernde Weiterentwicklung der Energiegewinnung gewährleistet ist. Im Moment sind wir auch beim Erreichen einer optimalen Energieeffizienz noch sehr weit davon entfernt, die fossilen Energiequellen ersetzen zu können. Die Forschung, die Entwicklung und das Sammeln von Erfahrungen sind in allen Bereichen der Energieversorgung und –nutzung sowohl für die heutige wie für die kommenden Generationen wichtige und leider nicht ganz einfache Aufgaben.

  • H.Hoch 13.12.2009

    z.Info

    Sicherheitsbedenken
    Rückschlag für Sarkozys Atomexport
    Frankreichs Präsident hat bei seinem ehrgeizigen Programm zum Atomexport einen Dämpfer erlitten. Drei europäische Aufsichtsbehörden forderten in einer gemeinsamen Erklärung am Montagabend eine grundlegende Überarbeitung der Sicherheitstechnik eines neuen Reaktortyps aus Frankreich.
    von Lutz Meier Paris

    Dieser Typ steht im Zentrum der Bemühungen Nicolas Sarkozys , eine Renaissance der Atomkraft zu forcieren. Die gemeinsame Erklärung der Atomaufseher von Frankreich, Großbritannien und Finnland ist eine Ohrfeige für den staatlichen Pariser Atomkonzern Areva, der seinen Europäischen Druckwasserreaktor (EPR) als modernsten und sichersten Atomstromlieferanten anpreist. Areva sowie die künftigen Betreiber der Anlagen werden in der Erklärung aufgefordert, "die Ausgangskonstruktion des EPR zu verbessern", da die Sicherheitstechnik nicht ausreichend sei.

    Die Mahnung kommt in einem für Sarkozy ungünstigen Moment. Seine Atomexport-Euphorie hat ohnehin schon etwas an Glanz verloren. Das Vorzeigeprojekt, der erste EPR-Bau im finnischen Olkiluoto, hat eine Serie von Bauverzögerungen, Mehrkosten und Sicherheitsmängeln hinter sich - bislang hat Areva bereits 2,3 Mrd. Euro für Zusatzkosten des Reaktors zurückstellen müssen. Dass dieser mit drei Jahren Verzögerung im Sommer 2012 ans Netz geht, wie Areva noch immer ankündigt, ist zuletzt auch ungewiss geworden.

    Dazu kommen Zweifel an den EPR-Plänen des staatlichen Stromlieferanten EDF in Großbritannien und den USA. Dort hat EDF jeweils Milliarden investiert, um sich eine gute Ausgangsposition im Wettbewerb zu sichern. Doch eine Reihe von Analysten bewertet das als zu teuer und zu riskant. Schließlich hat auch die Wirtschaftskrise Hoffnungen der Franzosen auf eine globale Renaissance der Atomkraft durchkreuzt: Länder wie Südafrika haben ihre Atomprogramme wieder abgesagt. Areva hatte 18 Vorbestellungen für den neuen Reaktor angenommen. Die sind allerdings nicht verbindlich. Wie viele davon realisiert werden, hängt auch davon ab, ob der Konzern die Probleme rasch in den Griff bekommt.

    Bisher hatte Areva den Eindruck erweckt, die Sicherheitsbedenken, die die finnische Behörde während des Baus geltend machte, folgten einer prinzipiellen Verhinderungspolitik aus Helsinki. Solche Erklärungen dürften nun schwerer werden - zumal die Aufseher aus Frankreich noch weiter gingen als ihre Kollegen. Die Pariser Atomaufsicht ASN äußerte Zweifel, ob beim Bau des zweiten EPR-Atomkraftwerks in Flamanville Areva und EDF überhaupt in der Lage seien, die Probleme abzustellen.

    Aus Sicht der ASN müssen Areva und EDF möglicherweise eine ganz neue Steuerungstechnik für den Reaktor entwickeln, die von der Notfallsteuerung getrennt läuft. "Es ist eine riesige Menge Arbeit zu tun", sagte Guillaume Wack, ASN-Direktor für Atomkraftwerksüberwachung, mit Blick auf Areva und EDF . "Die Schwierigkeit liegt darin sicherzustellen, dass in dem Fall, in dem die normale Steuerungstechnik ausfällt, nicht auch die Sicherheitstechnik ausfällt." Die Aufseher machten deutlich, dass sie das für einen wesentlichen Mangel halten.

    Areva und EDF versuchten, die Bedeutung der behördlichen Intervention herunterzuspielen. "Die Sicherheit des Reaktors steht nicht infrage", teilte Areva mit. Beide Konzerne erklärten, sie rechneten "derzeit" nicht mit neuen Verzögerungen. Industrieexperten, Regierungsvertreter sowie Branchenanalysten sehen das anders. Frankreichs Regierung stelle sich auf zwei bis drei Jahre Zeitverlust ein, hieß es intern. "Die Probleme beim EPR sind nicht neu, das wird Verzögerungen bei der Fertigstellung bedeuten und neue Untersuchungen", so Pierre Boucheny, Analyst beim Finanzmakler Kepler Capital Markets. Die Börse reagierte am Dienstag verschreckt: Die Areva-Aktie verlor bis zum Abend 5,23 Prozent

    Gedämpfte Hoffnung

    Bau Der erste EPR in Olkiluoto, Finnland, sollte seit Sommer fertig sein – nun wird 2012 angestrebt. In Flamanville, Frankreich, entsteht ein zweites Kraftwerk. In Taishan in

    China war für September die Grundsteinlegung für zwei Reaktoren geplant, sie wurde verschoben.

    Projekte Hoffnungen auf den Bau von jeweils vier Reaktoren hegt EDF in Großbritannien und in den USA. Pläne für weitere vier Reaktoren gibt es in Italien.

    Ausschreibungen Präsident Sarkozy hat auf zahlreichen Auslandsreisen den EPR angepriesen: In Abu Dhabi brachte er zwei Reaktoren in einer Ausschreibung unter.

    In Indien kann Areva ebenfalls auf den Zuschlag für zwei hoffen.

  • Alter Sozi 14.11.2009

    Es geht auch mit 5 neuen KKW, wenn wir wieder Bundesräte wie Spühler und Ritschard haben! Auch der Sepp Stappung aus dem Arbeiterdorf schlieren war eine Wucht!

  • MICHI 13.11.2009

    WIR MÜSSEN DEN ROTEN UND GRÜNEN DRINGEND PAROLI BIETEN, SONST MACHEN UNS DIE KERLE ALLES KAPUTT!
    DIE VERHINDERN NEUBAUTEN, BLOCKIEREN DIE NEUEN KKW!
    DIE SVP IST KOMPROMISSLOS UND MIT BLOCHERSCHER KRAFT FÜR NEUE KKW!
    SVP!
    CVP UND FDP SIND WANKELMÜTIG, EVP UNZUVERLÄSSIG, KVP UND SD UNBRAUCHBAR!

  • Alterr Sozi 12.11.2009

    Der unechte Sozi Rechsteiner wird bald verschwinden!

    Ist auch absolut richtig so.

    Wir brauchen gigantische Investitionen in Kernkraftwerke für neue Arbeitsplätze!

  • MADE IN USA 08.11.2009

    Als Brady- Bunch- Fan bin ich gegen Energierationierung, Gratisheroin, Alternativenergien und Sozialismus!

    Jane Brady lernte auf dem Cadillac Eldorado autofahren. Das Cabrio säuft schon etwas zuviel, aber dafür brabbelt ein 8,2 Liter V8 unter der schönen Haube. Das ist american way of live!
    Das Haus der Bradys braucht auch Strom- kalifornischen Atomstrom.
    Schützt die Oelreserven für die Autos, indem Erdöl mit Atomstrom substituiert wird!

    Obama ist super, fördert die Atomkraftwerke, sind schon über 30 geplant und sollen noch 70 neue werden!!!!!!

    Was wären die USA ohne die über 100 Atomkraftwerke!

    Weg mit dem Steinzeitkommunismus, her mit dem Atomzeitalter!

  • Bruno 04.11.2009

    Dass der Mensch aus der Geschichte nichts lernt ist längst bekannt. Jeden Tag werden neue Genies geboren die glauben, schlauer zu sein als ihre Vorfahren aber die gleichen Fehler wieder machen.
    Dass die meisten sozialistischen Modelle gescheitert sind liegt daran, dass sie zu extrem durchgesetzt wurden.
    Auf die Auswirkungen des extremen Kapitalismus können wir aber auch nicht stolz sein, sie haben uns unlängst an den Rand des Ruins gebracht. Dann ist plötzlich der Staat, bzw. der Steuerzahler wieder gefragt. Gewinne privatisieren und Verluste dem Staat überlassen ist das zweifelhafte Leitmotiv der Kapitalisten. Uebermässiger Wohlstand führt zur Verschwendung.
    Deshalb sei die Frage erlaubt, ob es sinnvoll ist, Studien über den zukünftigen Stromverbrauch in 40 Jahren zu machen und auf Vorrat KKW's zu bauen oder ob nicht eine drohende Verknappung des Stroms den Menschen zum bewussteren Umgang damit zwingen würde.
    Eines hat sich nämlich über Jahrhunderte bewahrheitet: Die Not macht den Menschen erfinderisch. Eine Verknappung der Energie würde der Forschung bestimmt viel mehr Auftrieb bringen. Wenn die Finanz-Haie infolge teuren Transporten mit dem Handel kein grosses Geld mehr machen können, werden sie in die Zukunft (Forschung) investieren.
    Jetzt kommt mir aber nicht mit den Arbeitsplätzen, die dadurch verloren gehen könnten. In der Vergangenheit sind viel mehr Arbeitsplätze den Gewinnoptimierungen der Multis zum Opfer gefallen.
    Die Forschung schafft neue Technolgien und neue Technologien schaffen wieder neue Arbeitsplätze.

  • Ch.Graf 02.11.2009

    @Burri & Jorns
    Vielen Dank für ihre sachlichen Voten. Sehr komplexe Sachverhalte dem Bürger zu vermitteln ist eine Herausfoderung an uns Fachleute, da sie - wie hier gezeigt - gleichzeitig das bevorzugte Aktionsgebiet von Dogmatikern sind. Obwohl die sozialistischen Modelle fast überall gescheitert sind, hat die mit Abstand dogmatischste aller Parteien, die SP, noch immer Zuspruch. Das ist nicht zuletzt auch im Licht der Geschichte paradox, sind doch fast alle grossen, selbst verschuldeten Katastrophen der Menschheit letztlich von Dogmatikern verursacht worden.

  • H.Burri 02.11.2009

    Benedikt Jorns beurteilt die Situation völlig richtig.

    NR Rechsteiner betreibt seit Jahren bewusste Irreführung der Bevölkerung. Gegen solche ist (heute noch) praktisch nicht anzukommen.

    Wenn ihm einmal die SP und die Grünen die Gefolgschaft verweigern werden weil sie gelernt haben bei Energiefragen selbstständig zu denken dürfte es aber leider bereits zu spät sein. Wir werden vermutlich alle den Weg bis zum bitteren Ende gehen müssen bis bei allen die Einsicht kommen wird, dass man alle praktisch verfügbaren Energieträger nutzen muss um den weiter stark steigenden Strombedarf auch nur annähernd decken zu können.

    Gelingt dies nicht so würde mit grosser Wahrscheinlichkeit eine starke Einbusse an Lebensqualität die Folge sein. Diese träfe dann vermutlich vor allem die unteren sozialen Schichten des Landes. Wir müssen erst noch lernen wirklich alle Risiken zu bewerten, nicht nur rein technische.

  • Benedikt Jorns 01.11.2009

    Als sozial denkender und umweltbewusster Mensch war es für mich nahe liegend, Mitglied der Sozialdemokratischen Partei oder der so genannten „Grünen“ zu werden. Dass es dort Atomkraftwerkgegner gibt und ich mir andrerseits eine Zukunft ohne die noch lange weiter zu entwickelnde Nutzung der Kernenergie nicht vorstellen kann, störte mich nicht. Ich wünsche mir eine Politik, welche das Lebensglück von uns allen und von unseren Nachkommen fördert. Dass man zur Erreichung dieses Ziels unterschiedliche Meinungen zur Energiepolitik und zu Umweltfragen haben und diskutieren kann, ist in Anbetracht der nicht sehr einfachen Zusammenhänge verständlich.

    In einer Berner Bar musste ich dann im Gespräch mit dem damaligen SP-Präsidenten Helmut Hubacher erfahren, dass in diesen Parteien nur willkommen ist, wer sich zu den „AKW–Nein Danke“–Kämpfern zählt. Damit wird diese Haltung zur Ideologie. Es handelt sich nicht mehr um eine Sicht der Dinge, sondern um eine Weltanschauung oder Glaubensfrage. Wikipedia: „Ideologien wirken orientierend und sollen die Wahrnehmung bestimmter sozialer Gruppen in eine gewünschte Richtung lenken. Zudem steuern sie Handlungsprogramme, z. B. in der Forschung oder Politik. Innere Widerspruchsfreiheit wird (teilweise) erst durch Ausblendung entgegenstehender Auffassungen, Sichtweisen und Erfahrungen erreicht. Sie beanspruchen zumeist einen Wahrheitsanspruch für ihre Grundannahmen, es werden also bestimmte Thesen, Dogmen oder Grundideen für axiomatisch gehalten. Die kritische Auseinandersetzung mit diesen Grundannahmen wird meist abgelehnt und auch widersprechende realistische Verhältnisse werden im Sinne der Ideologie umgedeutet.“

    Rudolf Rechsteiner ist ein typischer Ideologe. So verglich er beispielsweise die in den letzten Jahren installierte Leistung von Windgeneratoren mit derjenigen von neuen AKW. Rudolf Rechsteiner ist intelligent genug, um zu wissen, dass Windgeneratoren zwar eine hohe Leistung erbringen können, die pro Jahr erzielbare Energiemenge jedoch wesentlich bescheidener ist. Der Bau von neuen KKW läuft bekannter weise nach einem längeren Unterbruch erst jetzt wieder an. Ein Vergleich der in der letzten Zeit installierten Leistungen beider Energieerzeuger ist nicht nur ohne Aussagewert sondern eine bewusste Irreführung von Mitbürgern. Rudolf Rechsteiners Rücktrittsankündigung aus dem Nationalrat kommentierte er so, dass im Moment noch keine Volksabstimmung über den Bau von Atomkraftwerken stattfinde und sein Nachfolger punkto AKW-Politik in seine Fussstapfen treten werde.

    Ich schätze Atomkraftwerkgegner sehr, solange sie faire Diskussionspartner sind und auch das eine oder andere Gegenargument gelten lassen. Sie haben nicht nur Vorhaben verhindert oder versucht, sie zu verhindern, sie sind auch engagierte Förderer der erneuerbaren Energien und der Energieeffizienz. Wahrscheinlich wäre ohne sie die Nutzung der Wind- und Solarenergie nicht soweit fortgeschritten. Es werden Minergie-Häuser gebaut und Apparate mit weniger Stromverbrauch propagiert. Auch die Entwickler und die Nutzer der Nuklear-Technologie sind gefordert. Bestehende Kernkraftwerke wurden nachträglich mit zusätzlichen Sicherheitsausrüstungen versehen. Genau definierte Sicherheitskriterien müssen erfüllt sein, damit ein neuer Kernkraftwerk-Typ einer höher bewerteten Generation zugeteilt werden kann. Die Verbreitung von Nuklearwaffen durch die friedliche Nutzung der Kernenergie (= Proliferation) wird dank dem Atomsperrvertrag verhindert und durch die Internationale Energie-Agentur (IEA) nach deren Vorgaben kontrolliert.

  • Michi 31.10.2009

    Dieser Rechsteiner ist nun einmal ein weltfremder Ideologe!

  • Bruno 29.10.2009

    Bravo, genau nach dem Motto: Alles für mich und nach mir die Sintflut.

  • Steuerzahler 29.10.2009

    Weniger Politik und mehr Kernenergie für Wohlstand, Wirtschaftswachstum und Vollbeschäftigung!

  • Benedikt Jorns 22.10.2009

    Das Bewilligungsverfahren und der Bau von Kernkraftwerken dauern in unserer direkten Demokratie sehr lange. Kein anderes Land benötigt dazu fast 20 Jahre. Die Entwicklung des Stromverbrauchs während dieser Zeit ist schwierig vorauszusehen. Es gibt mehrere Gründe dafür, dass in den kommenden Jahren eine spürbare Verlagerung von den fossilen Heiz- und Treibstoffen zur elektrischen Energie stattfinden wird. Neubauten werden zunehmend mit strombetriebenen Wärmepumpen ausgerüstet (parallel zur Einführung des Minergie-Standards). Autos mit Elektroantrieb und Lithium-Ionen-Batterien für einen Aktionsradius bis zu ca. 200km sind von mehreren bekannten Herstellern bereits ins Programm der nächsten Jahre aufgenommen worden. Für längere Fahrten werden Brennstoffzellen weiterentwickelt. Der dabei benötigte Wasserstoff wird für den Strassenverkehr am effizientesten direkt bei den Tankstellen mit Elektrolyse (und damit elektrischer Energie) hergestellt.

    Die eigentliche Bauphase eines Kernkraftwerks dauert nur etwa fünf Jahre. Die Projektierungsphasen und vor allem das mehrstufige Bewilligungsverfahren mit allen sich abzeichnenden politischen Seilziehen dauern wesentlich länger. Um die Unsicherheit bei der Abschätzung des zukünftigen Stromverbrauchs zu entschärfen, gibt es nur eine Methode: Genügend Projekte zeitlich versetzt vorantreiben, deren Realisierung vom unmittelbar vor dem Baubeginn besser abschätzbaren Strombedarf abhängig ist. So wird auch die Weiterentwicklung der Reaktortechnik berücksichtigt. Parallel dazu sind zusammen mit engagierten Umweltschützern Projekte zur Nutzung erneuerbarer Energiequellen zu verwirklichen und Impulse zu setzen, um die Energieeffizienz zu erhöhen. Nur so ist es allenfalls möglich, auf das eine oder andere Atomkraftwerk verzichten und die Stromversorgung in unserem Land trotzdem garantieren zu können.

  • Benedikt Jorns 22.10.2009

    Sehen wir doch die Zukunft unserer Energieversorgung ehrlich und realistisch: Wer glaubt, mit Energieeffizienz und erneuerbarer Energie „wäre die Energielücke zu vermeiden“, sieht leider nicht, dass er/sie mengenmässig die kommenden Energieprobleme bei weitem unterschätzt. Es geht nicht nur darum, den 17%-Anteil des heutigen Weltstrombedarfs zu decken, sondern langfristig die weltweite Gesamtenergieversorgung auch ohne Erdöl, Erdgas und Kohle zu ermöglichen. Im Moment sind wir auch beim Erreichen einer optimalen Energieeffizienz noch sehr weit von diesem Ziel entfernt. Ob wir heute mehr oder weniger KKW bauen, Solarpannels installieren und Windkraftwerke erstellen ist weniger wichtig, als dass wir alle denkbaren Arten von Anlagen in so grosser Zahl und in verschiedenen Ländern betreiben, dass die allseitig zu fördernde Weiterentwicklung der Energiegewinnung gewährleistet ist.

    Auch wenn viele es gerne anders sehen würden, es braucht alle drei: Energieeffizienz, erneuerbare Energie und Kernenergie.

  • Bruno 21.10.2009

    Endlich eine kompetente Auslegeordnung die erkennen lässt, dass AKW's nur eine Uebergangslösung sind und in den Alternativenergien noch ein riesiges Potential steckt. Ihre Entwicklung hat erst richtig angefangen. Die Stromengpässe sind ja erst in 20 bis 30 Jahren prognostiziert. Eine Kombination verschiedener Alternativen wird den Bau neuer AKW's überflüssig machen. Deshalb müssen bestehende KK Anlagen solange wie möglich modernisiert und weiterbetrieben werden. Jedes neue KKW das nicht gebaut wird, müssen unsere Kinder und Enkel später nicht entsorgen.

  • Benedikt Jorns 21.10.2009

    Wenn man Rudolf Rechsteiner und Alex Baur zuhört, könnte man den Eindruck gewinnen, die beiden hätten zwar eine unterschiedliche Meinung darüber, ob kurz- und mittelfristig der Ersatz der bestehenden Kernkraftwerke nötig sei, doch sei man sich einig, dass längerfristig nicht nur die fossilen Brennstoffe sondern auch das für den Betrieb von KKW notwendige Uran ausgeht und schliesslich nur noch die erneuerbaren Energien übrig bleiben. Das ist so falsch! Falls die Weiterentwicklung der Reaktortechnik erfolgreich sein wird, ist die direkte Nutzung von Kernenergie neben den erneuerbaren Energien die einzige Energiequelle, die uns Menschen immer wird zur Verfügung stehen. Brennstoff dazu gibt es genug, die Risiken werden kleiner und verschwinden schliesslich ganz. Der radioaktive Abfall wird bei wesentlich kürzeren Lagerungszeiten kein grosses Problem mehr sein.

    Ob die einzelnen Atome eines chemischen Elementes ein Neutron mehr oder weniger besitzen, ist uns normalerweise ziemlich egal, die chemischen Eigenschaften verändern sich dadurch nicht. Anders bei der Nutzung der Kernenergie: Die Anzahl Neutronen ist entscheidend dafür, ob es sich um einen möglichen Brennstoff für ein Kernkraftwerk handelt oder nicht. Man spricht von verschiedenen Isotopen eines chemischen Elementes. Folgende Isotope sind für die Nutzung der Kernenergie von Interesse:

    Uran-235 gibt’s nicht so viel. Wie lange wir davon noch profitieren können, ist unklar.

    Uran-238 muss durch Kernprozesse vorerst in Plutonium-239 umgewandelt werden. Dieses Uran-Isotop gibt’s etwa 140 Mal mehr als Uran-235. Es reicht uns noch über mehrere Jahrhunderte.

    Thorium-232 muss durch Kernprozesse vorerst in Uran-233 umgewandelt werden. Davon gibt’s nochmals ein Mehrfaches von Uran-238. Es steht uns noch sehr lange zur Verfügung.

    Dies sind alles Brennstoffe für die uns bekannte Kernspaltung. Sie haben gemeinsam, dass sie sehr schwer sind. Gelingt uns in den nächsten Jahrzehnten die im Zentrum der internationalen Forschung stehende Nutzung der Kernfusion, so stehen uns vor allem folgende sehr leichte Isotope des Wasserstoffs zur Verfügung:

    Deuterium (= Wasserstoff-2) findet man in jedem Glas Wasser genug, um den jährlichen Strombedarf eines Menschen zu decken (zusammen mit der unten erwähnten Menge Tritium).

    Tritium (= Wasserstoff-3) lässt sich durch Neutronenbeschuss von Lithium herstellen. Dieses Leichtmetall findet man auf der ganzen Erde in grossen Mengen. Z.B. das in einem faustgrossen gewöhnlichen Kieselstein enthaltene Lithium genügt schon, um den jährlichen Strombedarf eines Menschen zu decken (zusammen mit der oben erwähnten Menge Deuterium).

  • Benedikt Jorns 21.10.2009

    Die sich weltweit in mehreren Ländern abzeichnende Renaissance des Kernkraftwerksbau wird voraussichtlich vorerst durch den Mangel an erfahrenen Spezialisten gebremst. Dies ist nach einem Stillstand von mehreren Jahrzehnten eine ganz normale Erscheinung. Auch in der Deutschschweiz waren z.B. Vorlesungen über Reaktorphysik bei den Studenten lange Zeit nicht mehr gefragt und die Ausbildung wurde vom Lehrplan gestrichen. Erst seit wenigen Jahren gibt es wieder einen Lehrstuhl an der ETH für diese Fachrichtung. Prof. Prasser unterrichtet seither eine wachsende Zahl von Studenten in einem Bereich, der für den Bau und den Betrieb von KKW unbedingt erforderlich ist. Auch die notwendigen Ingenieure und Techniker müssen ausgebildet werden.

    Insgesamt ergibt dies kalkulierbare Verzögerungen beim Bau von neuen Kernkraftwerken. Bei den langwierigen Entscheidungswegen in der Schweizer Politik werden wir allerdings bei weitem nicht die ersten sein, welche ein solches Projekt realisieren und der europäische Arbeitsmarkt wird bekanntlich nicht mehr an unserer Landesgrenze gestoppt.

  • H.Hoch 15.10.2009

    @H.Burri
    Um es klarzustellen-ich bin kein KKW-Gegner.Aber den Bau eines KKW der neuen Generation bekommt man nicht mehr hin,weil das erfahrene Personal nach Hause geschickt wurde, die Jahrzehnte Erfahrungen gesammelt haben.Und neues ist nicht in Sicht.Sowas konnten nur Firmen wie Westinghouse,GE,Framatome und Siemens.Heute sind diese Firmen zum grössten Teil zerschlagenoder die Nuklearsparten woanders integriert.Es hat zuviele Schnittstellen.
    Kraftwerksbauer finden sie nicht an jeder Ecke.Solche Leute müssen erstmal ca.10 Jahre irgendwo mitgearbeitet haben,bevor sie selbständig arbeiten können.
    Und noch eins.Viele Kader in den schweizerischen KKWs sind Deutsche.Wenn sie sich die mal wegdenken,dann sieht es auch an dieser Stelle finster aus.
    Es ist vieles nicht mehr eine Fragen des Wollens, sondern nur noch des Könnens.Schliesslich gibt es eine Sicherheitskultur und Sicherheitsstandards,die zu erfüllen sind.Darum ist KKW-Bau so kostenintensiv.
    in China oder Indien mag das anders sein, wenn man da keine Probleme sieht.Nur wenn sich dort ein GAU ereignet, dann platzen auch hier alle Träume.

  • Bruno 15.10.2009

    Ich bin auch kein Fan der Boulevard-Zeitungen, aber der Spiegel hat eben schon manche Schweinerei aufgedeckt, die von gewissen Leuten gerne unter den Teppich gewischt worden wäre.
    Aus der Luft ist dieser Bericht sicher nicht. Eines Tages werden wir uns die Augen reiben, weil die unangenehme Wahrheit ans Licht kommt.
    Es wäre nicht das erste Mal !!

  • Ch.Graf 15.10.2009

    @hoch
    Wenn man als sog. Insider keine besseren Quellen als boulvardeske SPIEGEL Artikel hat, sagt das ja alles. Das ist Stimmungsmache, leider die einzige Art der Gegner, den Fakten zu begegnen.

  • H. Burri 14.10.2009

    @H.Hoch

    Wenn Sie sich mit Ihrem Insiderwissen so brüsten (nicht zuletzt um Ihren Meinungen offensichtlich Nachdruck zu verleihen) so sollten die Leser in diesem Forum unbedingt auch erfahren woher Sie dieses haben, bzw. wo Sie arbeiten.

  • Bruno 14.10.2009

    Zu diesem Thema hätte ich auch noch etwas hinzuzufügen:

    http://www.arte.tv/de/Die-Welt-verstehen/Atommuell/Albtraum-Atommuell-/2851082.html

    Ich habe den Film gestern gesehen. Wem kann man da noch etwas glauben ???

    Solange nur der Profit im Vordergrund steht, wird über Leichen gegangen !!

  • h.hoch 14.10.2009

    Mit Genugtuung empfehle ich folgende Url

    www.spiegel.de/spiegel/0,1518,654629,00.html

    Atomschlamperei bei Areva,
    kein erfahrenes Personal,keine erfahrenen Unterakkordanten
    und bei anderen Herstellern sieht es noch finsterer aus.
    ich weiss als Insider wovon ich rede.

  • Brennstoffzelle 27.09.2009

    @Burri
    Nur weil sie von der ETH kommen (wie ich), glauben sie die sachlicheren, rationaleren Argumente zu haben?
    Nehmen sie mal ihre Brille ab und werden sie sich ihrer Färbung bewusst!
    Es besteht absolut kein Grund anzunehmen, dass Olkiluoto 3 nicht erfolgreich fertig gestellt werden kann.
    Dies ist nur ihre Meinung, kein Beweis. Die finanziellen Fakten sprechen für sich und dass hier andere Menschen im Forum diese Fertigstellung anzweifeln ist nur verständlich.
    Die neuen 6 AKWs, die AREVA in Indien in Aussicht hat, sind noch nicht in Planung, nur in Aussicht. Daraus kann nicht auf die Vertrauenswürdigkeit dieser neuen Technologie geschlossen werden!
    Das Kosten/Nutzen Verhältnis der Atomenergie ist noch viel schlechter als bei allen erneuerbaren Energien. Auch hier ist ihr Argument leere Hülle.
    1. Bestehen Kosten für den Uranabbau, wobei nur 5 % der minen genutzt werden kann!
    Wenn andernfalls, Uran wiederaufbereitet wird, stammt es aus nicht nachvollziehbaren quellen also auch aus atomwaffen. wir wollen uns als neutrale schweiz doch nicht die finger dreckig machen?
    2. Bestehen Wiedergutmachungskosten für die Inuits, Aborigines, Nigers und Wüstenbewohner. Denn 70% des Uranabbaus findet auf indigenem Boden statt. Ausserdem sind die meisten Arbeiter in den Uranminen ungeschützt der Strahlung ausgesetzt und dies sind vor Ort auch grösstenteils Indigene Völker.
    Da diese wenig eurozentristische Technikkenntnisse haben, also auch Dosimeter nicht kennen, konnten AREVA s Aerzte im Niger den Nigers erzählen, sie hätten AIDS, anstatt Krebs durch die Verstrahlung ausgelöst zu diagnostizieren. Sie können sich bei Incomindios oder the public eye awards informieren.
    3. Bestehen Transportkosten
    4. Bestehen Planungskosten
    5. Bestehen Baukosten
    6. Bestehen Abfallkosten
    und das Endlagerproblem ist nicht gelöst und wird auch nicht besser, wenn das PSI die Halbwertszeit verringern kann!
    Ausserdem gibt es in diesem neuen Master für Nukleartechnik, der speziell von swissnuclear gesponsort ist, nur ein paar wenige studenten, weil um diese extrem aggressiv geworben wurde. im vergleich zu den umweltstudierenden an der eth sind die studierendenzahlen lächerlich!
    in st.gallen, bern, basel und zürich haben wir den atomausstieg beschlossen.
    die bevölkerung ist dagegen!
    nur müssen wir nur noch 2012 den schweizweiten atomausstieg befürworten!

  • H.Burri 19.09.2009

    @ H.Hoch

    Sie scheinen offensichtlich einer jener Zeitgenossen zu sein, welche fleissig bei der Energiepolitik mitredet, aber mit seinem Beitrag voll von falschen Behaup-tungen und Halbwahrheiten beweist, dass er nicht sehr viel von der Materie und von der Situation im Bereich Kernenergie und KKWs versteht. Ich sehe mich gezwun-gen auf alle Ihre Aussagen einzugehen. Diese können in so einem Forum wirklich nicht unwidersprochen bleiben.

    Die Schweiz fördert die von Ihnen genannten Energie-träger. Das ist OK. Es braucht aber eine Koexistenz aller Energieträger. Problematisch ist dabei einfach deren Kosten-/Nutzenverhältnis (Sonne, Wind, Geo-thermie). Die Geothermie in der Schweiz wird bis zur echten Anwendung noch Jahrzehnte benötigen, ist aber sehr viel aussichtsreicher als die übrigen neuen erneuerbaren Energien.

    Das Substitutionspotenzial der neuen erneuerbaren Energien wird aber bei weitem nicht ausreichen die Kernenergie zu ersetzen. Folglich sind die KKWs noch während Jahrzehnten weiter zu betreiben bzw. die alten zu ersetzen, damit die Versorgungssicherheit gewährt bleibt. Sie reden ja selbst von Uebergangstechnologie, widersprechen sich somit eigentlich ganz klar selbst. Man wird sich einfach immer darüber streiten, wie lange so ein Uebergang benötigen wird. Mit Visionen und Hoffnung allein kommt man in der Energiepolitik nicht weiter.

    Sie reden von ungelöster Wiederaufarbeitung, meinen aber die Endlagerung. Wiederaufarbeitung (von abge-branntem Brennstoff) ist etwas ganz anderes.

    Sie sprechen davon, dass sich niemand mehr dem Studium der Kerntechnik zuwendet. Völlig falsch. Vor 3 Jahren wurde dafür an der ETH wieder ein Lehrstuhl eingerichtet. Die Zahl dieser Studenten nimmt zu, genau so wie die Zahl der Ingenieurstudenten dieses Jahr erfreulicherweise enorm angestiegen ist.

    Die vorgesehenen Kosten für den Bau des KKW Leib-stadt wurden stark überschritten. Dies als Desaster zu bezeichnen ist völlig unsinnig, ebenso die Verwendung des Begriffs „unzumutbar“ bei der Terminüberschrei-tung. Dies hier im Detail zu erklären macht wenig Sinn und würde zu weit führen. Längere Bauzeiten führen immer zu Mehrkosten. Die längeren Bauzeiten wurden nicht allein durch Lieferanten verursacht, sondern auch zu einem beträchlichen Teil von der Genehmigungs-behörde, welche während des Baus zahlreiche neue Forderungen stellte. Massgebend sind schlussendlich die Produktionskosten in Rp./kWh, welche auch in Leib-stadt seit vielen Jahren absolut vergleichbar sind mit jenen in den übrigen Schweizer KKWs.

    Sie sind nicht auf dem neuesten Stand. Die Genehmi-gungs- und Aufsichtsbehörde HSK heisst nun schon seit einiger Zeit ENSI. Im Hinblick auf die Begutachtung der eingegangenen Gesuche um Erteilung einer Rah-menbewilligung für ein neues KKW in der Schweiz hat sie sich vorbereitet und entsprechend organisiert. Von Ueberforderung kann also keine Rede sein. Was ist eigentlich Ihre Basis für solche völlig unbeweisbaren und falschen Behauptungen ? Wer redet eigentlich vom (gleichzeitigen) Bau von 2 neuen KKWs ? Es wurden zwar 3 Gesuche eingereicht, aber es dürfte wohl klar sein, dass bei Zustimmung durch das Volk erst einmal ein neues grosses Werk gebaut würde, was die Versor-gungssicherheit bereits erheblich verbessern würde. Daher wäre eine Volksabstimmung schon bald einmal nötig (und nicht erst ca. 2014).

    Die Kraftwerksgesellschaften müssen sich intern vorerst auf ein neues KKW konzentrieren. Daher werden sie ja leider nicht einig.

    Ihre weiteren Behauptungen sind ebenfalls total abstrus. In Finnland gibt es zwar tatsächlich technische und finanzielle Probleme mit dem Bau von Olkiluoto 3. Die sollte man aber nicht überschätzen. Erstens wollte Finnland diesen Weg gehen und dies ist ihnen hoch anzurechnen (sie haben ja auch entsprechend gute Erfahrungen gemacht mit ihren 4 Anlagen). Es ist hier wie bei der airline industry. Der erste Kunde (TVO) profitiert von entsprechend vorteilhaften kommerziellen und vertraglichen Bedingungen. AREVA wird einiges Geld ans Bein streichen müssen. Dann aber ist der Weg frei und weitere EPRs sind verkauft worden bzw. im Bau. Es wurde eben schon seit einiger Zeit keine Anlage mehr verkauft und gebaut (auch nicht in Frank-reich). Es besteht absolut kein Grund anzunehmen, dass Olkiluoto 3 nicht erfolgreich fertig gestellt werden kann.

    Ich glaube nicht, dass Sie sich um die Zukunft von AREVA Sorgen machen müssen. Pleite geht dieser Konzern sicher nicht. Es liegt meiner Meinung noch eine grosse Zukunft vor ihm. Im übrigen: Siemens ist bereits weg. Diese Tatsache scheint Ihnen nicht be-kannt zu sein. Siemens wollte dies ganz sicher nicht von sich aus wie Sie behaupten, schliesslich waren sie als Junior Partner bei der Entwicklung des EPR dabei. Vielmehr war da grosser politischer Druck von ganz oben die wahre Ursache. Man hat Siemens aufgefor-dert zu „verschwinden“, aus dem ganz simplen Grund, weil auf Deutschland in dieser Frage aus sattsam bekannten Gründen schon seit langem absolut kein Verlass mehr besteht. Gemäss Ihrer Behauptung müsste also AREVA bereits heute pleite sein. Was für ein Blödsinn !

    Sie schreiben: „Den Rest der Hersteller können Sie vergessen“. Was soll ich eigentlich damit ? Wieder so eine völlig aus der Luft gegriffene extreme Behauptung. Die „können es noch schlechter“. Wen meinen Sie konkret ? Es scheint fast so dass Sie sich immer mehr auf die Aeste hinausgelassen haben mit Ihren völlig wirren Behauptungen, je länger Sie geschrieben haben. Ich will hier nicht auf Details eingehen, aber beispielsweise sind in Asien (wo die nukleare Zukunft anzusiedeln ist !) durchaus andere und fähige Liefe-ranten tätig (vor allem Japaner, Koreaner und natürlich je länger auch die Chinesen selbst). Es ist schon ein Wahnsinn wie Sie in Ihrem Beitrag nach allen Seiten ausschlagen und auch nicht davon zurückschrecken Firmen von Weltruf ohne weitere nachvollziehbare Be-gründung masslos zu beleidigen.

    BKW geht zusammen mit AXPO bereits jetzt den Nuklearweg. Dort sind sie Juniorpartner. Man wird sie politisch vermutlich einmal davon abhalten, weil im Kanton Bern die Akzeptanz für ein neues KKW nicht gross ist. Was soll eigentlich Ihre Aussage, dass Sie im Falle eines neuen KKWs den Ausfall von Aktionärs-gewinnen über Jahrzehnte garantieren ?!! Eher das Gegenteil dürfte der Fall sein, wenn einmal der Strom in weiten Teilen von Europa ein knappes Gut sein dürfte. Mit einer 1´600 MWe Anlage wird man dannzumal gutes Geld verdienen können (aber BR Leuenberger meint ja bekanntlich mit seiner definierten Energiepolitik, dass wir dann vielleicht Strom importieren könnten, weil wir es ja bis mit grosser Wahrscheinlichkeit kaum ge-schafft haben dürften genügend zusätzliche Produk-tionskapazität für unsere Wirtschaft bereit zu stellen).

    Ihren wirklich bemerkenswerten Beitrag krönen Sie mit der Feststellung, dass man Geld am sichersten mit Ingenieuren vernichtet ! Auf die gleiche Stufe mit den Bankern stellen Sie diese auch noch. Darauf will ich wirklich nicht eingehen. Es ist mir echt zuwider. Sie verunglimpfen und beleidigen völlig unnötig einen ganzen Berufsstand ! Ich habe in meinem ganzen Berufsleben noch nie so etwas erlebt !

    Zum Schluss möchte ich Ihnen noch folgendes zu bedenken geben.

    Ich habe wirklich nichts dagegen, dass man aus den verschiedensten Gründen gegen Kernenergie und neue KKWs ist. Nur sollte man sich dann vielleicht mit der Zeit klar werden, was man überhaupt will. Gerade dies ist in der Schweiz aber sehr problematisch. Egal welchen Energieträger man wählt und an welchem Standort, immer wird eine grosse Gruppe sich dagegen quer legen.

    Vor allem aber wollte ich wirklich auf praktisch all Ihre Argumente und Behauptungen eingehen, es waren deren wirklich viele. Irgend jemand musste einfach auf diesen völlig unqualifizierten Beitrag antworten. Ich hoffe, dass es noch mehr Reaktionen geben wird. Gegen wirklich sachliche Einwände hat in diesem Forum vermutlich niemand etwas, aber was Sie hier produziert haben überschreitet wirklich jedes vernünftige Mass. Die Form ist wirklich völlig unakzeptabel. Die vorgegebenen Verhaltensregeln wurden klar nicht eingehalten.

    H.Burri Dipl.Ing.ETHZ

  • h.hoch 18.09.2009

    1. ein Kernkraftwerk kann leider nicht mehr als 9000h Lastbetrieb pro Jahr fahren,auch nicht in der Schweiz.Soweit mir bekannt hat auch dort das Jahr nur 8760 Stunden.
    2. Die Schweiz wäre gut beraten andere Energiearten (Geothermie,Sonne,Wasser) mehr zu förden,damit sie unabhängiger wird und bleibt.Kernkraft ist der falsche Weg.
    3.Die Frage der Wiederaufarbeitung ist ungelöst
    4.Es gibt keinen technischen Nachwuchs mehr,der sich
    der Kerntechnik zuwendet,weil nicht zukunftssicher.Ist nur noch eine Übergangstechnologie.
    5.Der Bau des KKL war ein finanzielles Desaster mit unzumutbarer Terminüberscheitung.
    Die Vorschriften haben sich verschärft.Die HSK wäre überfordert 2KKWs abzuwickeln.
    Der Hersteller AREVA-mit dem z.Zt. besten Produkt EPR-fällt gerade in Finnland auf die Schnauze (Kosten/Termin/Personal) und wenn Siemens aussteigt ,was sie lieber heute als morgen machen würden,dann ist sie Pleite.Den Rest der Hersteller können sie vergessen,die können es noch schlechter.
    6.Sollte BKW et alii versuchen den Nuklearweg zu beschreiten,dann garantiere ich ihnen den Totalausfall des Aktionärsgewinns über Jahrzehnte!
    so blind kann doch keiner sein.
    Die Axpo baut Linthal aus,das ist der richtige Weg.

    Dieser Satz wurde von der Redaktion gelöscht.
    Salü

  • Bruno 01.09.2009

    Es lebe hoch die ewig Gestrigen, die alles haben wollen, aber möglichst zum Nulltarif und auf Kosten künftiger Generationen.
    Zu Spühlers und Ritschards Zeiten glaubte man auch noch, dass die Entsorgung von Atommüll kein Problem sei.
    Und was würde der alte Sozi wohl sagen, wenn in seiner Nachbarschaft ein Atommülllager gebaut würde?

  • H.Burri 30.08.2009

    @Alter Sozi

    Ihre Einsicht ist wirklich bemerkenswert. Es gibt offenbar auch in linken Kreisen zum Glück noch Leute, welche eigenständig denken und die Fakten richtig bewerten. Da wird man dann daran erinnert, dass bei der SP nicht alles Intellektuelle sind, welche als überdurchschnittlich bezahlte Mittelschullehrer, Staats- beamte und Funktionäre aller Art das sagen in der Partei haben und sich teuren (und unsozialen) Solar- und Windstrom leisten.

    Völlig einverstanden. Die Verdienste der BR Spühler und Ritschard sind gross. Bei dieser Gelegenheit möchte ich auch noch den verstorbenen Zürcher SP-Stadtrat Kaufmann erwähnen.

  • Alter Sozi 30.08.2009

    Der Rechsteiner ist gar kein Sozi, er ist ein Handlanger des Grosskapitals, der Abzocker und der Subventionsbetrüger!

    Unsere Roten Bundesräte Spühler und Ritschard waren noch echte Sozis, die sich für die Atomkraft einsetzen.
    Atomkraft liefert erschwinglichen Strom für Arbeiterfamilien, Alternativenergien sind sinnlose Abzockerei!

  • Alter Sozi 30.08.2009

    Die Atomkraft ist der Fortschritt, liefert billig und sozialverträglich Öko- Energie!

    Das wusste schon unser roter Bundesrat Willi Spühler!

  • Hans P. Grimm 10.08.2009

    Toll, ohne Subventionierung und ohne überhöhte Einspeisevergütung keine Solar- und Windredlistrom!

    Wollen wir uns einen neuen Subventionsklüngel anbinden? Wenn die Subventionen einmal fliessen werden wir diese nie mehr zum Stoppen bringen! Es wird ein neuer Politk-Lobbby-Klüngel entstehen der uns dann jährlich Milliarden aus den Taschen zieht, ohne dass der Strom dann bezahlt ist, dafür bekommt dann der Konsument separat eine Stromrechnung!

  • Vivien 07.08.2009

    @H.Burri
    Sie haben recht, Uran kann man nach dem heutigen Wissensstand höchstens noch sinnvoll für die Energieversorgung in Sateliten verwenden.
    Es ist aber nicht so das das Uran wegen ihrer Gefährlichkeit möglichst aufgebraucht werden soll. Natürlich im Boden vorkommendes Uran ist weitaus ungefährlicher als angereichertes gespaltenes Uran das irgendwo in Fässern Endgelagert wird.
    Ich finde die Kernkraft von der wissenschaftlichen Seite her ja auch ein Geniestreich, aber diese Technologie ist genau wie die Ölverbrennungstechnologogie eine riesige Entwicklingsbremse. Bis zum Ende des 20. Jarhundert galt es: Warum Häuser isolieren, efizientere Geräte bauen und ressourcen sparen? Es hat ja noch, lassen wir lieber dann unsere Kinder und Grosskinder ins kalte Wasser springen.
    Es geht primär um den Entwicklungsschritt der Menschheit vom Raubbau zum verantwortungsbewussten Leben.
    Umsetzen lässt sich alles, es ist nur eine Frage der Bequemlichkeit.

  • H.Burri 07.08.2009

    @Vivien

    Sie haben vollkommen recht, dass man Oel nicht im grossen Stil zur Stromerzeugung "verbraten" soll wie dies die meisten andern Länder tun, nicht aber die Schweiz (weil sie einen seit Jahrzehnten bewährten und wirtschaftlichen Strommix aus Wasserkraft und Kernenergie aufweist). Unsere Stromwirtschaft setzt somit praktisch fast keine klimaschädigenden Emissionen frei.

    Oel ist ein Grundstoff für die Chemie und wird für viele Produkte verwendet und müsste daher in erster Linie .
    für diesen Zweck reserviert werden (und eben auch in viel geringerem Masse in raffinierter Form als Treibstoff zum Einsatz kommen)

    Bei der Beurteilung des Urans aus genau dieser Perspektive liegen Sie dagegen völlig daneben ! Es gibt keinen einzigen nennenswerten Einsatz dieses in der Natur vorkommenden Elements als es zu spalten. Käme es also nicht zur Stromproduktion in KKWs zum Einsatz müsste man es im Boden lassen.

    Man sollte wirklich einmal zu verstehen versuchen, dass nicht aus fossilen Quellen produzierter Strom die Schlüsselenergie der Zukunft darstellt, weil er unter anderem Oel und Gas substituiert und zukünftig steigenden Bedarf (eben auch für die zunehmende Elektrifizierung des Verkehrs) decken kann.

    Ich überlasse es Ihnen darüber nachzudenken ob dies primär (gar allein ?) mit Strom aus erneuerbaren Quellen erfolgen kann oder ob es parallel dazu nicht auch noch andere Energieträger wie eben das Uran braucht.

  • Vivien 06.08.2009

    Genau die Leute die nun seit bald 100 Jahren das Elektroauto (seit 1892) verhindert haben um das von der Natur gratis zur verfügunggestellte Öl teuer zu verkaufen, nutzen jetzt eben diese Forderung "Elektrifizierung des Privatverkehrs" um ein weiteres Geschenk der Natur (Uran) bis zum letzten Krümel in Elektrizität umzuwandeln um es zu verhökern.
    Ein Wissenschaftler der den moralischen Unterschied zwischen erneuerbaren und endlichen Gütern in unserer Weltgeschichte nicht erkennt ist für mich keiner oder nur ein Werkzeug von Machtgierigen.

  • Redaktion immergenugstrom.ch 05.08.2009

    @ Guntram Rehsche

    Dipl. Ing. Ch. Graf ist kein Redaktionsmitglied von immergenugstrom.ch. Das Redaktionsteam schaltet sich grundsätzlich nicht aktiv in Diskussionen der User von Strom TV oder dem Dialogforum ein. Ausser bei Verstössen gegen die Verhaltensregeln und wenn Fragen direkt an die Redaktion gestellt werden. Freundliche Grüsse

  • H.Burri 04.08.2009

    @Bruno

    Sie schreiben selbst: "Es ist ganz klar, dass wir momentan nicht ohne KKW’s auskommen, aber die Zukunft gehört ebenso klar den „Erneuerbaren"

    Sie haben die Lage richtig erfasst. Die Zukunft gehört aber eben nicht ausschliesslich den erneuerbaren.

    Ich halte es in dieser Sache aus langjähriger Energiefachmann eben so: Das eine (neue erneuerbare fördern) und das andere nicht lassen (nämlich die alten KKWs ersetzen). Falls ein Nebeneinander aus rein ideologischen Gründen wirklich nicht möglich sein sollte - NR Rechsteiner ist der bekannteste Exponent dieser Richtung - so wird die Schweiz in einigen Jahren garantiert in ein gewaltiges Versorgungsproblem hinein laufen. Zudem wird dann mit Stromimport nichts zu machen sein, weil im Prinzip - mit Ausnahme von Frankreich - alle Länder ähnliche Versorgungsprobleme haben werden und daher ganz sicher keinen Stromüberschuss aufweisen werden den die Schweiz importieren könnte..

    Man muss auf reiner Produktionsbasis (kWh) einfach die Relationen nicht aus den Augen verlieren. Genau dies tun aber die meisten. Sie verstehen praktisch nichts von den Zusammenhängen. Der Strombedarf wird rasant ansteigen (neue Verbraucher, Forderung nach Elektrifizierung des Privatverkehrs, etc.) Strom ist die Schlüsselenergie für unsere Wirtschaft. Wir scheinen aus der heutigen Krise nichts zu lernen und werden wegen mangelnder Energie mit grosser Wahrscheinlichkeit einmal eine noch viel grössere Krise erleben.

    Zudem hat die Schweiz während vieler Jahre bis heute einen hervorragenden Strommix aufzuweisen wie sonst praktisch kein anderes Land in Europa.

    Es ist einfach absolut schwachsinnig wenn beispielsweise die SP des Kantons Zürich aufgrund eines Berichtes von NR Rechsteiner davon ausgeht, dass der Kanton in Zukunft (ein Zeitpunkt wird wohlweislich nicht genannt) seinen Strombedarf allein durch erneuerbare Energien decken will, d.h. neue erneuerbare plus Wasserkraft. Das EKZ bezieht aber praktisch sämtlichen Strom von der AXPO.

    Da sträuben sich bei mir ob soviel linker und grüner Ideologie und reiner Hoffnung einfach nur die Haare.

    Wir sollten wirklich von Deutschland lernen. Etwa 50 Milliarden Euro Finanzmittel des Staates (in jeder Form) zugunsten der PV haben bis heute zu dem kläglichen Resultat geführt, dass ihr Anteil an der gesamten Stromproduktion noch immer nicht höher liegt als bei ca. 0.5 %

    Deutschland kann sich einen totalen Ausstieg bzw. eine Begrenzung der gesamten Laufzeit der KKWs auf 32 Jahre nicht leisten. Da sind sich die Experten völlig einig. Es ist ein rein politisches Problem und ich denke, dass es innerhalb der nächsten 5 Jahre gelöst werden muss.

  • Bruno 04.08.2009

    Tut mir leid Herr Graf, aber dass Sie kein vehementer KK-Befürworter sind, nehme ich Ihnen nicht ab. Ich kann auch Ihre Ausführung, dass für jedes KW Solar ein KW konventionelle Leistung verbaut werden müsse, nicht nachvollziehen. Mit jedem KW Solar tagsüber kann z.B. Wasserkraft eingespart werden, die dann in der Nacht zum Einsatz kommt.
    Ich habe auch nie behauptet, dass die Stromlücke allein mit Solarkraft geschlossen werden kann. Aber zu den anderen Alternativen habt ihr Fachleute euch noch nie geäussert.

    Auch Herr Burri äussert sich dermassen abschätzig über die Solarenergie, dass seine Scheuklappen von weitem sichtbar werden. Er redet von ein paar hundert Leuten, die primär an der KEV interessiert seien. Dabei wissen sogar wir Laien, dass mit Photovoltaik nicht das schnelle Geld zu machen ist. Sonst wären die Multis schon längst am Drücker.
    Dazu kommt, dass ich keiner Statistik glaube, die ich nicht selber gefälscht habe.

    Vielleicht ist Herr Burri auch nicht ganz auf dem neuesten Stand. Ich habe nämlich in der Presse gelesen, dass schon kurz nach Anmeldeschluss im Mai 3000 Photovoltaikanlagen auf der Warteliste standen und bis heute sind wahrscheinlich noch „ein paar Hundert“ dazugekommen. Vielleicht meint er diese.

    Wenn man die private Initiative dermassen zurück bindet, kann ja nichts bewegt werden. Es gibt sie nämlich noch, die Privaten, die bereit sind langfristig Geld in die Hand zu nehmen, ohne Aussicht auf dicke Dividenden.

  • H.Burri 04.08.2009

    Bevor man mir den Tippfehler in meinem Beitrag vorwerfen sollte:

    Es sind natürlich über 8´000 h pro Jahr Grundlast betrieb bei einem KKW (und nicht 9´000 h wie geschrieben).

    Dies in Gegenüberstellung mit den rund 900 h pro Jahr bei einer PV-Anlage in der Schweiz

  • Guntram Rehsche 04.08.2009

    @ Immergenugstrom-Redaktor Graf

    Dünn Ihre Wortwahl («aber, aber») und noch dünner Ihre Grafik. Sie bezieht sich auf die kommenden Jahre und behauptet eine Stromlücke. Zuvor aber behaupteten Sie wortwörtlich «wenn ein Projekt wie Kaiseraugst 'weggesprengt' wird, und man die geiche Energie danach aus französischen KKs bezieht» - und das war eben in all den letzten Jahren nicht der Fall, also gelogen.

    Noch dünner allerdings scheint mir die Tatsache, dass Sie offenbar Redaktor von www.immergenugstrom.ch sind (so war auf jeden Fall das Ankündigungsmail an mich unterzeichnet). Dumm gelaufen! Und die Interessenlage damit endgültig geklärt - auch das zählt zum Gehabe der sogenannten Fachleute rund um die Atomkraft: Intransparenz. Für mich ist die Diskussion damit beendet.

    Guntram Rehsche

  • H. Burri 04.08.2009

    Gemäss der Schweizer Statistik der erneuerbaren Energien (2007) ist der Anteil von Wind und Sonne an der gesamten Stromerzeugung von > 60 TWh im Jahr genau genommen nicht einmal 0.2 %, sondern nur etwa 0.06%.

    Typisch für Herrn Rechsteiner ist wieder einmal, dass er oft gar nicht merkt, welche Dummheiten er eigentlich von sich gibt. Beispiel: In den ersten 8 Monaten sei bereits ein KKW von der Grösse von Mühleberg mit PV-Anlagen ersetzt worden. Wohlgemerkt: Er meint doch tatsächlich mit den Anmeldungen (!!) von ein paar Hundert Leuten welche primär an einer Einspeisevergütung interessiert sind.

    Wie schon richtigerweise im Forum erwähnt tummeln sich hier Leute denen der Unterschied zwischen Leistung und Energie nicht bekannt ist.

    Es ist kürzlich sogar schon in der Forschungsbeilage der NZZ passiert, dass der Zubau von 1´000 MW an PV-Anlagen "gleichgesetzt" wurde mit dem Ersatz eines KKW der gleichen Leistung. Etwa frei nach dem Motto: Es ist doch Hans was Heiri.

    Es werden somit Leistung und Energie einander sozusagen "gleichgesetzt", völlig unbekümmert der Tatsache, dass ein KKW während mehr als 9´000 h im Jahr produziert (Grundlast) während bei einer PV-Anlage in unserem Land mit nicht mehr als 900 h gerechnet werden kann. Fazit: Erst der Zubau von rund 10´000 MW an PV-Anlagen könnte ein KKW von 1´000 MW Leistung ersetzen.

    Anders ausgedrückt: Es bräuchte dafür auf etwa 2,5 bis 3 Millionen Dächern der Schweiz eine Standard 3 kWp-PV-Anlage !!!! Diese Rechnung scheint aber bereits viel zu kompliziert zu sein für den Grossteil der Bevölkerung.

    Soviel zur Aussage von Rechsteiner im Video dass ein KKW mit einer Leistung von 355 MW auf die Schnelle weggespart werden kann (bzw. mit ein paar Hundert Interessenten, welche sich beim BFE angemeldet haben).

    Leute, kehrt bitte zur Realität zurück, und zwar schnell

    H.Burri Dipl.Ing.ETHZ

  • Ch.Graf 04.08.2009

    Aber aber Herr Rehsche, da haben sie aber nicht gut recherchiert
    Studieren sie doch bitte zB diese Grafik einmal etwas genauer:

    http://www.immergenugstrom.ch/contents/stromluecke

    Von wegen kein Import aus Frankreich.

  • Guntram Rehsche 04.08.2009

    @ Sogenannte Fachleute

    Es ist gemäss Graf also verlogen, «wenn ein Projekt wie Kaiseraugst 'weggesprengt' wird, und man die geiche Energie danach aus französischen KKs bezieht». Das aber liebe Fachleute, ist gelogen! Denn seit dem Ausstieg aus Kaiseraugst wurde netto kaum Strom in die Schweiz importiert, sondern vielmehr in den allermeisten Jahren Elektrizität exportiert (mit gelegentlichen Winterdefiziten).

    Dass hier Experten schreiben, die sich «sich im Detail mit diesen Fragen in technischer, ökologischer, ökonomischer und politischer Hinsicht» befassen, ist der Gipfel der Selbstüberschätzung. Da bleibt Ihr doch lieber im rein Technischen - wenn es ja vielleicht auch dort mit dem Sachverstand nicht so sehr weit her zu sein scheint.

    Andrerseits gibt es genügend Fachleute weltweit, auch mit technischem Hintergrund, die in der Atomtechnologie keine Zukunft sehen. Die Probleme sind einfach zu gross: Zu gefährlich (Proliferation, Terrorismus), zu teuer (siehe finnisches AKW für mindestens 8 Milliarden CHF), zu umweltschädlich (wohin mit all dem Abfall) und auch nur vermeintlich CO2-frei (Uranabbau ist höchst problematisch).

    Ihr vermeintlichen Fachleute seid also vielleicht eher... nun überlassen wir das Urteil der geneigten Leserschaft! Und übrigens - hier schreibt ein Ökonom und Fachjournalist mit 30jähriger breiter Berufserfahrung, der den fachlichen Vergleich vermutlich nicht zu scheuen braucht.

    Guntram Rehsche

  • Ch.Graf 04.08.2009

    @Bruno
    Wir Fachleute sind die ersten, die handeln, wenn es darum geht, neue Wege zu beschreiten. Ein grosser Teil unseres Wohlstandes beruht ja gerade auf Ideen von Physikern und Ingenieuren. Nur müssen diese die Anforderungen, die an sie gestellt werden, um zB eine Versorgung mit el. Energie, wie wir sie in Europa haben, auch erfüllen. Wir haben überhaupt keine einseitig auf Kernkraft gerichtete Sicht, wir stellen lediglich ganz nüchtern fest, dass Kerntechnik zZt die einzige verfügbare und erprobte Methode ist, die erforderlichen Mengen an el Energie sicher, zuverlässig und CO2 frei zu erzeugen. Zu diesem Schluss kommt man, wenn man hinter die Kulissen sieht und sich im Detail mit diesen Fragen in technischer, ökologischer, ökonomischer und politischer Hinsicht befasst.
    Es ist zB völlig sinnlos, wenn für jedes installierte KW Solar ein KW konventionelle Leistung installiert werden muss, damit nach Sonnenuntergang das Netz nicht zusammenbricht. Und es ist ziemlich verlogen, wenn ein Projekt wie Kaiseraugst 'weggesprengt' wird, und man die geiche Energie danach aus französischen KKs bezieht, wenn Deutschlad den Ausstieg aus der Kernkrafft bekannt gibt und man gleichzeitig Verträge mit Tschechischen KKs abschliesst und neue Kohlekraftwerke plant, wenn in Italien ein KK Moratorium errichtet wird und man sich als Ersatz aus französischen KKs beliefern lässt. Und es ist auch unsachliche Stimmungsmache, mit Tschernobyl gegen westliche KKWs zu argumentieren, da es doch mittlerweile zum Allgemeinwissen gehören sollte, dass dieser in Russland und dessen Satelliten verbreitete, Graphit moderierte RBMK Reaktortyp ein Kind des kalten Krieges ist, indem mit diesen Anlagen (welche über keinerlei Containment oder sonstige Schutzmassnahmen verfügen) - neben der Stromerzeugung - Waffen fähiges Plutonium erzeugt wurde. Sie sehen, das Thema Energieversorgung ist sehr komplex, und im Gegensatz zu träumenden Laien oder Politikern mit Profilirungssucht müssen wir Fachleute funktionierende Lösungen liefern.

  • Bruno 03.08.2009

    Schade, dass dieses Forum zum verbalen Schlagabtausch zwischen El.Ing. und Laien verkommt, denen die Fachleute mangelndes Wissen und eine einseitige ideologische Sicht der Dinge vorwerfen.
    Die Ansicht der Fachleute ist ebenso einseitig auf Kernkraft ausgerichtet, wie sie es umgekehrt den Laien vorwerfen. Ich hätte von den Fachleuten gerne gehört, wie viel Solarstrom produziert werden könnte, wenn es dazu nur Tageslicht und keine direkte Sonneneinstrahlung bräuchte und wir alle verwendbaren Dächer und Fassaden nutzen würden. Ist denn der Stromverbrauch nicht tagsüber während der Arbeitszeit in Industrie und Gewerbe am grössten ?
    Gestern wurde in der 3SAT Sendung „Hitec“ gezeigt, dass ausser Solarkraft noch viele andere Alternativ-Energiequellen nutzbar sind. (http://www.3sat.de/hitec/magazin/117672/index.html)
    Ich bin überzeugt, dass eine Kombination verschiedener Alternativen zu einer flächendeckenden Versorgung führen kann und Atomstrom nicht mehr so wichtig wird.
    Dass die Energiemultis auch auf die Alternativenergien schielen zeigt sich daran, dass sie sich ein grosses Kuchenstück an der KEV mit Platzhalterobjekten und doppelt eingereichten Projekten reserviert haben. Zum Leidwesen vieler Privater, die nun auf der Warteliste stehen. Wenn es dann einmal richtig losgeht wollen die Multis in der Pole-Position stehen und den Tarif bekannt geben.
    Seit die Privatisierung den Strommarkt erfasst hat, gilt auch hier Gewinnmaximierung als oberstes Gebot. Der neue Strompreis lässt grüssen !
    Schön wäre es, wenn die Multis die Mehreinnahmen in die Alternativenergie-Forschung stecken würden. Da würde ich gerne etwas tiefer in die Tasche greifen. Und wenn das Geld nicht in den Taschen der Manager landet, kann der Strom auch etwas mehr kosten.
    Zusammen mit dem Fördergeld des Bundes würde die Schweiz dann vielleicht aus dem Dornröschenschlaf erwachen.
    Ich befürchte aber, dass die Energieriesen nur vom Volk an der Urne auf den richtigen Weg gebracht werden können.

  • Ch.Graf 03.08.2009

    Ja, Herr Jaeggi, dieses Forum zeigt einmal mehr, wie argumentiert wird, wenn man - wie oft bei komplexen Zusammenhängen - fehlendes Fachwissen durch ideologisch gefärbtes Halbwissen ersetzt.
    Hier melden sich Leute zu Wort, die Begriffe wie Energie und Leistung offensichtlich kaum auseinanderhalten können, die glauben, man könne physikalische und technische Grenzen weg 'fördern' und aufheben, und die ihr Halbwissen zu Fakten hoch stilisieren und dabei die wirklichen Fakten (falls überhaupt bekannt) nicht verstehen, weil die Voraussetzungen dazu schlicht fehlen. Das ideale Terrain für Energie Dogmatiker wie Rechsteiner.
    Und ganz problematisch wird es dann, wenn man die eigenen Widersprüche nicht mehr wahrnimmt: Rehsche lobt die 'Erfolge der Erneuerbaren...' in D (welche nur dank Steuergelder überhaupt gebaut und betrieben werden können), will dann aber kurz darauf keinesfalls, dass der Staat '..unter die Arme greift'.

  • Guntram Rehsche 02.08.2009

    Die grössten Ideologen sind jene, die andere fortwährend als Ideologen beschimpfen, ohne selbst substanzielle Fakten zu liefern resp. die Gesamtsituation zu berücksichtigen.

    Die Kombination verschiedener Erneuerbarer Energien - zu denen bekanntlich auch Wasser zählt - macht die Speicherprobleme lösbar. Gerade die Schweiz hat hier beste Voraussetzungen.

    Atomstrom ist übrigens auch nicht einfach gemäss Strombedarf flexibel zu- und abschaltbar - dieses flexible AKW muss erst noch erfunden werden.

    Solarstrom wird insbesondere bei Verbrauchsspitzen zur Mittagszeit und in wärmsten Jahreszeiten (Kühlbedarf) geliefert - auch diffuses Licht ohne direkte Sonneneinstrahlung wird zunehmend nutzbar.

    Lauter Fakten, liebe Leute, über die man allzu gern hinweg geht.

  • E. Jaeggi, dipl. El-Ing. 02.08.2009

    Wenn die vielen Ideologen die Beschaffung des elektrischen Stromes nicht nur durch ihre ideologisch gefärbte Brille betrachten würden, sondern sich auch mit den physikalischen Gegebenheiten und den Naturgesetzen auseinandersetzen würden, kämen sie zu ganz anderen (richtigen) Ansichten. Es ist nun einmal ein Naturgesetz, dass es Nacht wird und die Solarzellen keinen Strom mehr liefern (ein Besuch auf dem Mont Soleil. ist diesbezüglich sehr interessant. Gleich verhält es sich mit dem Wind, auch er 'stellt' irgend einmal ab und die Windräder stehen still; es wird kein Strom mehr erzeugt.
    Es ist auch falsch, wenn immer nur mit der Strommenge (kWh = Energiemenge) statt mit der momentanen Leistung (kW) diskutiert wird. Wenn das Licht eingeschaltet wird, muss die zusätzlich verbrauchte Strommenge ab diesem Moment erzeugt werden, das heisst ein Generator muss seine Leistung sofort erhöhen. Wechselstrom kann nun einmal nicht gespeichert werden. Gleichstrom in den erforderlichen Mengen zu speichern ist praktisch nicht möglich sowohl ökonomisch und ökologisch sinnlos.
    Die Zahlen, die Herr Rechsteiner immer wieder propagiert sind zu stark ideologisch gefärbt, als dass sie glaubhaft sind. Eine Berechnung ist nur so gut, wie gut/richtig die Ausgangszahlen sind.

  • Bruno 02.08.2009

    Es ist ganz klar, dass wir momentan nicht ohne KKW’s auskommen, aber die Zukunft gehört ebenso klar den „Erneuerbaren“. Da gibt es ausser Photovoltaik noch viele Systeme, die aber noch in der Entwicklungsphase sind und leider zuwenig gefördert werden. Die Kernkraft brauchte ja auch viele Jahre, bis sie heute „relativ sicher“ ist. Wir verwenden sie zwar schon seit Jahrzehnten, aber haben die Entsorgung des Atommülls immer noch nicht gelöst. Das sollte doch eigentlich jeden weltoffenen Befürworter zum Umdenken bringen. Das Desaster von Tschernobyl als „missratenes Experiment an einem technologisch militärisch orientierten Reaktortyp“ den Sowjets in die Schuhe zu schieben finde ich etwas zu einfach. Es gab da nämlich im hochgelobten Westen auch Dutzende von Pannen (z.B.Three Mile Island). Die meisten AKW’s stammen aus den 70er und 80er Jahren. Allein am Beispiel Deutschlands lässt sich ersehen, wie viele Flops in dieser Zeit z.B. durch kurze Nutzungszeiten entstanden: (http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Kernreaktoren_in_Deutschland)
    Anderseits die Energie Produktion der deutschen Windräder im „einstelligen Prozentbereich“ klein zu reden, finde ich etwas billig. Offensichtlich war es den Deutschen möglich, durch solche und andere Alternativen AKW’s stillzulegen. Dass dabei mehrere Hersteller persönlich in wenigen Jahren zu „Milliardären“ geworden sind, liegt eben an unserem kapitalistischen Selbstbedienungs-System. Und der moderne „Ablass“ mit der CO2-Kompensation dient auch bei uns nur zur Gewissensberuhigung. So können wir unseren zehnstündigen Flug an die gleiche Sonne wie hier, wieder schön reden. Wenn sich die Kernkraft-Lobby mit der gleichen Energie hinter die Alternativenergien klemmen würde, wie sie neue AKW’s vorantreibt, würde sich schon was bewegen. Es liegt auf der Hand, dass aus der Solarenenergie noch lange nicht alles herausgeholt wurde. Auf meinem Schreibtisch liegt z.B. ein Solarrechner, dessen Solarzelle auch nachts, bei eingeschaltetem Licht Strom erzeugt und dies schon seit Jahren. Es sollte doch möglich sein, diese Art Solarzelle weiter zu entwickeln, dass sie zur Stromerzeugung nur Tageslicht und nicht unbedingt Sonnenschein braucht. Dann könnten wir nämlich auf unseren Dächern und Fassaden jeden Tag Strom erzeugen, Sonnenschein hin oder her. Ich bin zwar kein Fachmann und lasse mich von Herrn Graf gerne belehren, aber wenn ich ihn richtig verstehe, lassen sich diese komplexen Fragen „mit Fachwissen, Hinschauen und Nachdenken“ lösen. Also, packen Sie es an, Ihr Berufsstand ist gefordert !!

  • Oskar 02.08.2009

    Fünfundsechzig Tote? Und so etwas nennt sich ein Weltwoche-Journalist?

    Ich rate Herrn Baur dringendst zu einem Studienaufenthalt in den betroffenen Gebieten.

    Zufälligerweise sitzt gerade ein guter Freund aus Weissrussland neben mir, der genau aus solch einem betroffenen Gebiet stammt (Region Gomel). Spontan wird da gefragt ob man so schlecht informiert wirklich Journalist wird in der Schweiz, das böse Absicht sei oder er einfach gut bezahlt wird.

    Auf dem Papier mögen die 65 bestätigten Todesopfer vielleicht etwas aussagen, einfach so dahergeredet tönt es wirklich nach "ideologische[m] Kapital".

  • Guntram Rehsche 31.07.2009

    Ganz richtig! 0,45 Rp. Abgabe pro kWh, macht für einen Durchschnittshaushalt mit Jahresverbrauch von 4000 kWh jährlich nicht einmal 20 CHF! Wovon der kleinste Teil in die Förderung von Wind- und Sonnenstrom, der grösste in die Wasserkraft geht.

    Ohne Zweifel viel zu wenig Förderung von Solar- und Windstrom, deshalb muss die Begrenzung (sog. Deckel) auch fallen. Nachdem wir uns die Unterstützung von Atomstrom in 50 Jahren rund eine Milliarde kosten liessen!

  • Sabine 31.07.2009

    Fakt ist: Sonne und Wind werden mit Millionen Franken pro Jahr (via unsere Stromrechnung, wo pro KWh 0.45 Rappen abgezogen werden) subventioniert. Die billigste Energie kommt aus den AKWs. Das wird sich auch in naher Zukunft nicht ändern.

  • Guntram Rehsche 31.07.2009

    Tschernobyl ist Mahnmal dafür, was mit der sogenannten friedlichen Nutzung der Atomtechnologie geschehen kann. Angesichts aller Probleme vom Abbau über die Nutzung bis zur Endlagerung von gelösten Problemen zu sprechen, wäre vermessen. Die Kinder von Tschernobyl lassen für den Vergleich mit dem Strassenverkehr danken - auch dort sind es ja übrigens viele, zu viele Kindeer, die zu Schaden oder ums Leben kommen.
    Deutschland gibt jährlich immer noch Milliarden für die Kohlesubventionen aus (weit mehr als für Erneuerbare) und hat in 30 Jahren über 40 Milliarden in die Atomtechnologie gesteckt. Warum um Himmels willen hulidgen Menschen den teuren, gefährlichen, unabschätzbaren Technologien, wenn das Einfache viel näher liegt. Aber nochmals: Die ökonomischen Realitäten werden das Problem von allein lösen, Atomstrom ist in Zukunft nicht finanzierbar - ausser der Staat greift wieder unter die Arme - und das wollen wir doch alle nicht....

  • Ch.Graf 31.07.2009

    @Rehsche
    Da haben wir also wieder das alte, immer wieder falsche gesungene Tschernobyl Lied, wo aus einem tragischen Ereignis ideologisches Kapital geschlagen wird. Nocheinmal: 1)Tschernobyl war ein absichtlich durchgeführtes, missratenes Experiment an einem technologisch militärisch orientierten Reaktotyp, der überhaupt nicht vergleichbar ist mit westlichen Anlagen. 2) Die gesicherte Zahl der Toten und Geschädigten ist zB viel kleiner als allein im europäischen Strassenverkehr JEDES Jahr zu Schaden kommen. Zu Ihrer 'Kapazität' (ich hoffe, Sie wissen, was Sie darunter verstehen): Die Energie Produktion der deutschen Windräder ist im einstelligen Prozentbereich, dafür sind mehere Milliarden Euro Steuergelder jedes Jahr nötig, und einzelne Hersteller sind dabei persönlich in wenigen Jahren zu Milliardären (!) geworden. Und das dicke Ende: Weil in D die steuerliche Förderung von Windkraft und das CO2 Zertifikat System sich konkurrenzieren, wird jedes durch Windräder eingesparte Kilo CO2 anderorts (zB in Italien) mittels Erwerb von frei werdenden Zertifikaten gleich wieder in alten Kohlekraftwerken vollständig kompensiert, indem diese weiter betrieben werden. Die ganze Milliardenübung mit Steuergeldern bringt also nicht einmal da etwas! Wir können das Problem einer nachhaltigen und sicheren Versorgung mit el. Energie nicht lösen mit ideologischen Sprüchen, unsachlichen Fantasien und vorgefassten Ansichten. Diese komplexen Fragen lassen sich nur mit Fachwissen, Hinschauen und Nachdenken, lösen. Aber das ist halt mühsam. Und das haben auch die meisten Politiker nicht begriffen.

    Ch.Graf

  • Guntram Rehsche 30.07.2009

    Nun, mit den Zahlen nimmt es vor allem AKW-Befürworter Alex Baur nicht so genau. Zu den Tschernobyl-Opfern sind doch wohl auch all die bedauernswerten Kinder zu zählen (viele Tausende), die an den Spätfolgen leiden oder in der Zwischenzeit gestorben sind. Und der fürchterlichste Terroranschlag der Neuzeit geschah im Westen, es war halt kein AKW, sondern das World Trade Center.
    Die Erfolge der Erneuerbaren lassen sich demgegenüber am besten in Deutschland zeigen mit einem gewaltigen Zubau an Kapazität - diese Zahlen mal anzuschauen (280'000 neue Arbeitsplätze) wäre nahe liegender! Aber keine Angst - bis es der letzte Schweizer oder Alex Baur merkt, ist die Welt längst mit Solarmodulen voll versorgt. Die grösste Dummheit aber bleiben neue AKW's!

  • Ch.Graf 30.07.2009

    Es sind eben nicht 2 KKWs, die zu ersetzen sind, sondern 3 KKWs, da das weggesprengte KK Kaiseraugst für die Schweiz in Frankreich produziert!
    Herr Rechsteiner ist ja bekannt, dass er permanent mit falschen Zahlen (Windkraftwerke in D zB) operiert, unzulässige Vergleiche anstellt und dazu das Thema ideologisch und fern von jeglichem Verständnis für technische udn ökonomische Machbarkeiten angeht. Das Buch von Werner Sinn scheint Herrn Rechnsteiner eben so wenig zu beindrucken wie alle ernst zu nehmenden Studien zu diesem Thema.

    Ch.Graf, dipl.Ing

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