Strom TV

Flaute bei der Windkraft?

29.09.2009

Windenergie ist klimafreundlich. Dennoch gibt es in der Schweiz immer wieder Opposition gegen den Bau neuer Windkraftanlagen. Als Gründe werden jeweils vor allem die Lärmemissionen und der Landschaftsschutz genannt. Strom TV erklärt, was Windkraftanlagen leisten können und zeigt auf, welche Regeln für den Bau neuer Anlagen gelten.

Kommentare (13)
  • H.Burri 29.04.2010

    @Herr Merkli

    Ich gebe Ihnen vollumfänglich recht. Meine Argumente habe ich Frau Meier-Wettstein gegenüber in dieser Rubrik im November 2009 vorgebracht.

    Wertet man die im Internet zur Verfügung stehenden Daten der Anlagen auf dem Mt. Crosin aus so kommt man über etwa 10 Jahre Betrieb zu äusserst bescheidenen Resultaten. Konkret ist man dort - wo diese Art der Stromerzeugung bis heute konzentriert ist -mit dem Mix an Anlagen verschiedener Leistung auf lediglich etwa 1´100 Volllaststunden im Jahr gekommen. Dies ist wirklich äusserst bescheiden und zeigt angesichts der dort herrschenden für die Schweiz relativ günstigen Windverhältnisse vor allem auch, dass die Schweiz definitiv kein "Windland" ist. Warum man also Windenergie in gewissen Kreisen bei uns durchboxen will ist mir mit über 30 Jahren im Energie-Engineering völlig schleierhaft. Dem wäre auch so, wenn es keine zusätzlichen Probleme mit anderen Interessensvertretern geben würde (z.B. Landschaftsschutz).

    Bei neu propagierten Windanlagen ist interessanterweise nie von weniger als 2´000 Volllaststunden die Rede (z.B. EWZ). Dieser "Traumwert" für die Schweiz dürfte (im Schnitt über Jahre) praktisch unerreichbar sein. Wenn schon, so ist einigermassen effiziente Stromerzeugung mittels Wind eigentlich nur entlang von Küsten und vor allem auf dem offenen Meer möglich (klar über 2´000 h).

    Das grosse Problem bei uns ist nicht zuletzt, dass angesichts des bei den neuen erneuerbaren Energien herrschenden hypes wichtige lokale Parameter nicht genügend berücksichtigt werden. Aussagen wie "Windstrom könnte 7% des Schweizer Strombedarfs decken" sind einfach nur lächerlich. Man hat sie einfach irgendwo abgeschrieben. Sie werden aber auch bei ständigem zitieren nicht wahrer.

    Leute die solche Aussagen machen sind vermutlich nicht einmal in der Lage einigermassen auszurechnen wieviele Anlagen mit einer Leistung von 2 MW für diese Stromproduktion im Land aufzustellen wären. Von den dazu notwendigen Standorten überhaupt nicht zu reden.

    In der Schweiz spricht man offenbar bereits bei 3 Anlagen an einem Standort von einem Windpark (Definition). In Kalifornien sind an etwa 3 hauptsächlichen Standorten total mehr als 16´000 Anlagen im Betrieb.

    Ein gezwungenermassen notwendiger Mix von NEE macht die Sache bei uns auch nicht einfacher.

  • Christof Merkli 29.04.2010

    Lieber Herr Matter

    Gerade unser Kampf gegen Windräder in der GANZEN Schweiz (Schwyberg, Jura, Berner Oberland, Oberaargau, Emmental) mit Verbindungen zu über 400 Gruppierungen in ganz Europa demaskiert ihren NIMBY - Schwachsinn als Konstrukt einer argumentationslosen Windradlobby. Kommen Sie von Ihrem hohen Ross herunter und versuchen Sie die Fakten zu verstehen. Glauben versetzt zwar Berge, sagt man. Hier sollten Sie aber doch ein wenig mehr Wissen zulassen. Der Mont Crosin ist nach deutscher Referenzleistungsrechnung mit 57,4 % offiziell als "ineffizeint" einzustufen. Wenn Sie mal über den Zaun Ihres kleinen Hintergartens hinausschauen würden, wüssten Sie, dass Windenergie in der Schweiz der totale Blödsinn ist. Sie können jeden normalen Ökonomen fragen, der weiss was 1+1 ergibt.
    Nur deshalb, weil eine stimmengeile Partei und ein paar spendengeile Umweltverbände auf jeder Ecke ein Windrad abdrucken, heisst das noch lange nicht, dass diese Technologie für die schweizer Verhältnisse Sinn macht.

    Wenn Sie dann mal genug haben, von dem Schwachsinn der Umweltideologen, sehen Sie doch bitte das nächste Mal etwas genauer hin:

    http://www.windland.ch

  • D. Matter 29.03.2010

    Lieber Herr Merkli

    Ich verstehe Ihre Sorge, wenn Windkraftanlagen zu nahe an Wohnsiedlungen gebaut werden. In Ihrem Fall scheint es im Hinterhof ihres Wohnortes zu sein. Ich bitte Sie, diese Information aber öffentlich zu machen, damit sich die Leser von immergenugstrom.ch ein eigenes Bild über die Windkraft machen können.

    Dass Sie der Betreiber von windland.ch sind der gegen den Windpark in ihrem Wohnort opponiert ist für die Leser sicher auch interessant (Information unter http://www.windland.ch/impressum.html ).

    Im Englischen gibt es übrigens für Ihre Argumente der Ablehnung von Windkraftanlagen einen eigenen Begriff: Not in my backyard - nicht in meinem Hinterhof. Mit diesen (legitimen) Argumenten muss jedes Windprojekt leben.

    Wenn eine Anlage an Ihrem Wohnort keinen Sinn macht, dann heisst das doch noch lange nicht, dass Anlagen wie auf dem Mont Soleil auch keinen Sinn machen. Ich bitte Sie dies bei Ihrem zukünftigen Kommentaren zu berücksichtigen.

  • Christof Merkli 17.01.2010

    Ein schönes Werbefilmchen habt ihr hier gedreht. Leider vergesst ihr, dass Windkraft nur mit Wind funktioniert. Und davon haben wir praktisch überall in der Schweiz zu wenig. Die genannten Einschränkungen werden von der Suisse Eole mit Füssen getreten. Es geht diesen Leuten nur um Zuwachs an Prestige und den eigenen Geldsäckel. Windkraft hat in der Schweiz keine Zukunft. Wer etwas kritischere Töne zu diesem Thema erträgt, kann hier weiterlesen:

    http://www.windland.ch

    Die Kehrseite der rosaroten Brille ... und die Belege dazu.

  • Plastik gegen atom! 25.12.2009

    Wir werfen PET- Flaschen und anderen Plastik- Siff in den Müll!
    Die Müllverbrennung macht daraus mehr Strom als jedes AKW!
    Plastik gibt Hitze für die Dampfturbinen der Müllheizwerke!

  • Diego 23.12.2009

    Lieber Herr Buser und Herr Burri

    Eine Anregung möchte ich Ihnen zusätzlich noch geben.

    Natürlich können wir den (steigenden) Energiehunger in der Schweiz nicht ohne die Umsetzung von Effizienzmassnahmen stillen.

    Natürlich braucht es neue Wind und Solarkraftwerke. Solarenergie räume ich allerdings eine bessere Zukunft ein.

    Was aber meistens unterschätzt wird, ist das Potential von Effizienzmassnahmen. Erst wenn ein Haus auf Effizienz getrimmt wurde, macht eine Solaranlage Sinn und ist amortisierbar.

    Als wir letztes Jahr mit dem Wechsel von alten Glühlampen begonnen haben hätten wir nie gedacht, dass wir mit einem Bündel von Massnahmen ein Jahr später 41% weniger Strom und Heizenergie verbrauchen. Mit weiteren Massnahmen streben wir nächstes Jahr eine Verringerung von ganzen 67% an. Bezüglich der Kosten ergibt sich rechnerisch eine Amortisationszeit von 4,5 Jahren, oder anders gesagt eine Rendite von etwa 25% (nennt mir eine Börse an der man ohne Risiko so viel verdienen kann). Die restlichen 33% lassen sich dann mit einer mittelgrossen Photovoltaik-Anlage oder Ökostrom decken. Ein Elektro-Auto passt zusätzlich sehr gut in dieses Szenario.

    Aber es geht noch besser. Ein Passivhaus verbraucht 90% weniger Energie. Die restlichen 10% lassen sich mit einer kleinen Photovoltaik-Anlage decken. Passivhaus-Standards lassen sich auch für Renovationen anwenden. Eine 90%-Reduktion wurde auch bei Renovationen schon öfters aufgezeigt.

    Aus diesen Erfahrungen zeigt sich, dass man nicht unbedingt nur auf grosse Wind und Solarparks warten sollte. Mit Weniger gleich viel erreichen ist nämlich auch eine super Sache und spart Geld.

    Tipps und Tricks für den Effizienz-Weg findet man unter:
    www.energybox.ch - sehr guter Ratgeber
    www.bfe.admin.ch/ratgeber
    www.energieschweiz.ch

    Effiziente Geräte kaufen: www.topten.ch

    Passiv-Haus / Minergie-P in der Schweiz (nicht gleich Minergie):
    http://www.passivhaustagung.de/Passivhaus_D/passivhaus.html
    http://www.passivehouse.com/01_dph/Bestand/ES-GB_F.htm
    http://minergie.ch/standard_minergie_p.html

  • D. Matter 23.12.2009

    Lieber Herr Buser.

    Ich bin ein grosser Fan von erneuerbaren Energien, aber Ihr Einwand ist berechtigt und bedarf einer Erklärung.

    Meiner Meinung nach ist auf der am Schluss angegebenen Webseite die beste Antwort auf die Frage der unregelmässigen Stromproduktion von Wind und Sonne und der Grundversorgung zusammengefasst.

    Die Deutschen sind schon viel länger damit beschäftigt das Problem zu knacken. Kurz zusammengefasst kann man sagen, dass Pumpspeicherkraftwerke und Biomassekraftwerke in Zeiten der fehlenden Wind- und Solar-Stromproduktion die Grundversorgung übernehmen.

    Aber lesen Sie selber mehr unter:
    http://www.grundversorgungskraftwerk.de

  • Kockrick 20.12.2009

    Effizienzstatistiken

  • H. Buser 03.12.2009

    Immer wird erwähnt, dass eine Windkraftanlage Strom für so und soviel Haushalte produziert. Unterdrückt wird dabei, dass dieser Strom höchst unregelmässig zur Verfügung steht. Bei mehwöchigen Inversionslagen, wie sie in der Schweiz und z.T auch in halb Europa mindestens jedes zweite Jahr im Winter vorkommen, gibt es überhaupt keine Windenergie. Solarenergie steht während dieser Zeit ab ca. 1700, wenn der Verbrauch am grössten ist, auch nicht zur Verfügung.
    Flusskraftwerke haben in dieser Zeit die tiefsten Produktionswerte.
    Mir hat bisher niemand schlüssig erklären können, wie dann diese Stromlücke geschlossen wird. Pumspeicherwerke dürfen ja auch nicht mehr gebaut werden (Grimsel west).
    Bin gespannt, ob ich eine schlüssige Antwort bekomme.

  • H.Burri 09.11.2009

    Frau Meier

    Ich muss die Dinge wohl etwas zurecht rücken. Solchen und ähnlichen Konfusionen begegnet man leider in Foren und auch anderswo sehr häufig.

    1. Sie reden von Windstrom, Photovoltaik, Strombedarf, smart grid, etc. Sie reden also eindeutig von Strom.

    2. Die Kernenergie deckt 40% unseres Strombedarfs, also kann sie nicht unerwähnt bleiben.

    3. Wenn Sie von Energie sprechen meinen Sie fossile Energie (für Heizzwecke, Transport, in der Schweiz nicht für Strom !). Das erzeugte CO2 stammt also bei uns praktisch ausschliesslich vom Heizen und aus dem Verkehr

    4. Die Abhängigkeit von den fossilen und importierten Energieträgern Oel und Gas kann durch den vermehrten Einsatz der Schlüsselenergie Strom mittelfristig stark abgebaut werden, vor allem im Verkehr durch den Einsatz von batteriebetriebenen Fahrzeugen. Die neuen erneuerbaren Energien hingegen eignen sich zur Stromerzeugung auch mittelfristig nur in bescheidenem Masse, in erster Linie weil sie mengenmässig dazu gar nicht in der Lage sind..

    5. Wasserkraft und Kernenergie können bei vermehrtem Einsatz als praktisch CO2-freie Energien zur Reduktion der Treibhausgas-Emissionen beitragen (bei uns und global). Damit sind beide klimafreundlich.

    6. Oekostrom aus Wind und Photovoltaik kann das dagegen nicht. Wenn Sie deren Life Cycle Daten (beispielsweise deren Emissionen in g CO2/kWh) ansehen würden. so wäre Ihnen klar, dass damit Treibhausgas-Emissionen nicht reduziert sondern vielmehr erhöht werden. Dies ist die Wahrheit, welche in der ganzen Diskussion vermutlich am meisten unterdrückt wird.

    Dies ist kein Angriff auf Sie sondern es sind logisch vorgetragene und jederzeit nachprüfbare Fakten

  • Meier-Wettstein Theresia 09.11.2009

    Ist schon interessant. Ich habe in meinem Beitrag kein einziges Wort über die Kernenergie verloren.
    70 Prozent unserer ENERGIE stammt aus endlichen fossilen Vorräten. Diese sollten durch erneuerbare Energie ersetzt werden. Dann kann der Ausstoss von CO2 verringert werden!
    Anscheinend muss das Potenzial der Windenergie noch grösser sein, als von mir "erträumt", oder wie soll ich diesen Angriff verstehen? Mehr Information dazu auf www.energietrialog.ch.

  • H.Burri 09.11.2009

    Das Potenzial der Windenergie ist bei uns im Vergleich mit Küstenregionen um einiges geringer. Zudem weist unser Land eine sehr grosse Bevölkerungsdichte auf. Abgesehen von einigen anderen Problemen dieser Energiform ist die Zahl geeigneter Standorte für Windparks damit bereits erheblich limitiert.

    Aber gehen wir mal von den 7% aus, eine Zahl, welche von den Promotoren der Windenergie verbreitet wird. Eine kleine Rechnung zeigt, dass 2040 bei einem Anstieg des Stromverbrauchs von ca. 1.5% pro Jahr ca. 8 TWh mit Wind zu produzieren wären. Dies entspräche dann ca. 3´200 Anlagen mit einer Leistung von 2 MW. Daran habe ich ganz erhebliche Zweifel.

    Das verbleibende grosse Manko neben der Stromerzeugung aus Wasserkraft (welche dann weit geringer als 60% sein dürfte wie heute noch) handeln Sie in einem kurzen Satz ab. Dabei ist aus primär meteorologischen Gründen beispielsweise das Potenzial für PV bei uns noch geringer als jenes für Windenergie.

    Ist Ihnen auch schon einmal aufgefallen, dass man im Zusammenhang mit der Diskussion um neue erneuerbare Energien eigentlich immer nur im Konjunktiv spricht (könnte, müsste, etc.) ?

    Wenn Sie auch noch von *smart grid" und Speichermöglichkeiten unter Einbezug von batteriebetriebenen Fahrzeugen reden so zeigt mir dies einfach, dass Sie zwar interessierter Laie sind aber die Fakten noch nicht so recht begriffen haben und die zeitliche Entwicklung nicht richtig einschätzen.

    Vergessen Sie auch das Wort "überflüssig". Im übrigen wird "Stromspeicherung" aus rein physikalischen Gründen immer problematisch bleiben.

    Lange bevor wir in der Schweiz die NEE genügend entwickelt haben werden wir Versorgungsprobleme bekommen. Darum werden wir ganz klar alle uns heute bereits zur verfügenden stehenden Energieträger nutzen müssen, inkl. der Kernenergie.

  • Theresia Meier-Wettstein 03.11.2009

    Endlich wird das Potenzial der einheimischen Windenergie erkannt. Windstrom könnte 7 % des Schweizer Strombedarfs decken! 60 % des Windstroms fällt im Winterhalbjahr an. Zusammen mit den anderen erneuerbaren Energien wie Wasser (Pump- und Speicherkraftwerke), Photovoltaik, Biomasse, Holz und den neuen intelligenten Netzen (smart Grids) und den Speichermöglichkeiten der Elektromobilität könnte dann Strom "getankt" werden, wenn er im Netz überflüssig ist. Setzten wir vermehrt auf einheimische, unerschöpfliche Energie und reduzieren die erschöpflichen fossilen Brennstoffe. Befreien wir uns von der Abhängigkeit von unberechenbaren Staaten. Befreien wir uns von Gadaffi.
    Nutzen wir einheimische Energie! Von der Region für die Region. Mehr dazu auf www.windenergie-heitersberg.ch.

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