Bevölkerungsdialog Tiefenlager
02.12.2008
Die vorgeschlagenen Standorte für Tiefenlager geben zu reden. In den betroffenen Regionen stellen sich Vertreter des Bundesamtes für Energie (BFE), der Hauptabteilung für die Sicherheit der Kernanlagen (HSK) sowie der Nagra den kritischen Fragen von Anwohnerinnen und Anwohnern. StromTV hat eine Informationsveranstaltung in Engelberg besucht.


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Leonard Gehrig 19.12.2008
Direkte Demokratie und Föderalismus trifft auf das Atommüll. Wer wird wohl gewinnen?
Robert E. Angst 17.12.2008
1.Dank an Herrn Manuel.
2.Verpflichtungen könnten - bei neueren Erkenntnissen -
geändert werden.
3.Dachte ich nicht an stillgelegte Wasserläufe, sondern eher an das Ende der "Wasserkette"(damit Oberläufe allenfalls nicht gefährdet würden).
Frohe Festtage!
Manuel 16.12.2008
Herr Angst hat einige Frage aufgeworfen:
Endlagerung im Ausland: Soviel mir bekannt ist, hat sich die Schweiz verpflichtet, ihre Abfälle bei sich zu lagern.
Was eine Endlagerung in stillgelegten Wasserläufen oder Kohlebergwerken betrifft, so wäre das sehr unklug, denn diese Orte sind nur wenige Meter unter der Erde gelegen. Die Nagra hat mit dem Opalinoston jedoch ein Gestein definiert, dass sich schon viele Millionen Jahre nicht mehr bewegt hat (und sich darum auch in den nächsten 200'000 Jahren nicht bewegen wird - die Geologie hat da andere Zeitdimensionen als der Mensch!). Dieses Gestein ist 400 - 600 Meter unter der Erdoberfläche. In dieser Tiefe gibt es auch keine Erdbeben...
Zu den Uranvorkommen:
Gemäss der OECD reichen die bekannten und zu einem Preis von 130 US Dollar pro Kilogramm abbauwürdigem Uranreserven beim heutigen Verbrauch für die nächsten 70 Jahre. Sind wir bereit, für das Uran mehr zu bezahlen, können weitere Uranlager erschlossen werden. Die Urangewinnung aus Phosphaten und die Verstärkung der Wiederaufarbeitung erhöht die Reichweite der Uranvorräte auf bis zu 700 Jahre. Bei noch höher steigendem Preisen lohnt sich sogar die Gewinnung aus Meerwasser, was die Reichweite der Reserven auf tausende von Jahre ausweitet. (Diese Information findet man auf der Website vom Nuklearforum, www.nuklearforum.ch.)
Vorweihnachtliche Grüsse
Heinz Buser 15.12.2008
Zur Reaktion von Herrn Angst
Mein Beitrag war in keiner Weise als Antwort auf ihre, sehr zu Recht gestellten Fragen gemeint. Sondern ist Ausdruck meines Frustes, dass ich trotz verschiedenster Anfragen an prominente AKW-Gegner nie Antwort auf die von mir , aufgezeigte Problematik der Stromlücke erhalten habe. Vielleicht, weil es eben keine befriedigende Antwort gibt?
Frewundliche Grüsse
Robert E. Angst 15.12.2008
Zum Kommentar von Heinz Buser:
Ihr "Rundumschlag" gegen gewisse Leute und Regionen der Schweiz beantwortet leider die von mir aufgeworfenen technischen Fragen in keiner Weise. Fakten (statt politische Polemik) wären mir eigentlich lieber gewesen...
Ich grüsse Sie trotzdem freundlich!
Heinz Buser 15.12.2008
Nur um das AKW Mühleberg zu ersetzen braucht es entweder 27 km2 Solarzellen (Basis Stade de Suisse) , dh. 550 000 Häuser à 50m2 oder 1700 Windturbinen (Basis stärkste Windturbine Mt. Crosin). Mit diesen Energieformnen lässt sich die Produktion der AKW's in der Schweiz nicht kompensieren - abgesehen davon, dass beide nicht konstant und sicher Verfügbar sind.
Durch Effizienzsteigerung ist über alle Energieformen, auch beim Strom ein bedeutendes Einsparpotential vorhanden. Die Stromeinsparungen werden jedoch kompensiert durch immer neue Anwendungen, die Strom benötigen, gerade auch zur optimieren des Energieverbrauchs. Ersetzen von Ölheizungen durch Wärmepumpen braucht mehr Strom. Die Bevölkerung wächst bis 2035 um ca. 10%. In 5 bis 10 Jahren werden Elektroautos in Massen verfügbar sein und eingesetzt werden. Damit wird der Stromverbrauch massiv ansteigen. Der CO2-Ausstoss durch Benzin wird damit zum Glück stark reduziert. Fazit: Der Stromverbrauch wird weiter zunehmen.
Womit, wenn nicht durch AKW's soll der Strombedarf geweckt werden?
Endlager müssen nicht nur für neue sondern für die bereits bestehenden radioaktiven Abfälle gefunden werden. Dazu gehören in beträchtlichem Ausmass auch solche aus medizinischen Anwendungen. Wir alle aus der Schweiz sind Nutzniesser der Nukleartechnologie. Also haben wir alle bei Lösungen mitzuhelfen, die ja vorhanden wären, wenn sie nicht ständig genau von diesen Leuten torpediert würden, die das sogenannt ungelöste Abfallproblem gegen die Atomkraft vorschieben.
Die Bewohner des Engelbergtales haben demokratisch abgestimmt, dass sie kein Endlager wollen. Die Urner werden dann mit dem gleichen Recht demokratisch abstimmen, dass die Gotthardautobahn und Eisenbahn eigentlich unzumutbar sind und deshalb abgebaut werden müssen. Die vereinigten Anwohner von Eisenbahnlinien und Autobahnen in der ganzen Schweiz werden demokratisch den Abbau aller Eisenbahnstrecken und Autobahnen oder deren Verlegung in Tunnels verlangen.
Es ist klar, dass das nicht geht. Ich habe daher gar kein Verständnis für die Verweigerungshaltung im Engelberger Tal. Ein Tal, das ohne Subventionen und Touristen aus dem Unterland kaum überlebensfähig wäre, auf jeden Fall nicht auf dem heutigen hohen Niveau. Während Lärm und ander Emissionen die Unterländer täglich real belästigen, geht es im Engelberger Tal lediglich um eine unbegründete Angst. Motto: Geld der Unterländer nehmen wir gern, wir verlangen es sogar. Einen Beitrag zu Lösungen im Interesse der ganzen Schweiz wollen wir aber nicht Leisten. Tolle Eidgenossen!
Robert Edgar Angst 04.12.2008
Können Endlager noch national bestimmt werden oder sollten
europäische Lösungen angestebt werden?
(Zur Risikominimierung eher am Ende der grossen Wasserläufe. In leeren Kohlebergwerken?)
Wie viele Jahre reicht die Uranversorgung?
Sind politische Lieferengpässe zu befürchten?
(Uran-OPEC. Kämpfe um Uran?)
Danke!