Wird der Strom nun knapp oder nicht?
Die Schweizer Bevölkerung stuft die drohende Stromverknappung als grosses Zukunftsrisiko ein. Das zeigt eine im Sommer 2009 durchgeführte nationale Umfrage. Unterdessen gehen einige Experten aber davon aus, dass die Stromlücke später kommt als erwartet.
Eine im Sommer 2009 durchgeführte Umfrage zeigte, dass über 40 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer glauben, dass der Strom in unserem Land in Zukunft knapp wird und es zu Engpässen kommen könnte. Das UREK kam im Herbst aber zum Schluss, dass die Stromlücke länger auf sich warten lässt, als bisher angenommen. Diese Meinung teilen allerdings nicht alle Experten. Einige gehen sogar davon aus, dass der Strom bereits früher als prognostiziert knapp wird. Wer hat nun Recht?


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Janine Isler 12.11.2009
Es scheint mir nicht so wichtig zu sein, ob nun eine Stromlücke 5 Jahre früher oder später kommt. Wichtig ist nur, dass wir selbständig bleiben, uns nicht zu sehr in eine Abhängigkeit des Auslandes begeben. D.h. in Anbetracht der langen Planungszeiten für neue KKW''s
ist diese Planung jetzt ernsthaft an die Hand zu nehmen, vor allem im Hinblick auf das Alter der KKW's Beznau und Mühleberg.
Urs 22.11.2009
Hört endlich auf mit dieser Stromknappheit, merkt doch bitte dass es nur wegen den Strombaronen geht, je mehr sie darauf rumhacken dest mehr können sie die Preise erhöhen, wie es zurzeit das EWZ macht, die erhöhen die Preise in Graubünden bis 50% ab Januar 2010 und wir können nur zuschauen und bezahlen, soviel zur Liberalisierung, dem Leuenberger sei Dank. Viele Leute öffnen die Augen leider erst wenn es zu spät, Zu Zeiten einer Krise erhöhen diese Leute die Preise, Wahnsinn.
Tina 27.11.2009
Neue AKW sind schon dringend nötig für eine saubere Umwelt und eine tiefe Stromrechnung.
Politik ist teuer und ineffizient!
Normaler Erwerbstätiger, der von Politik nichts wissen will! 29.11.2009
Genau meine Meinung!
Gian Schelling 19.12.2009
Für alle Konsumenten, ein warnender Blick nach England und ein paar Fakten: "Nuclear power: The consumer alway pays" (http://www.guardian.co.uk/environment/2009/oct/19/nuclear-power-gas-coal)
marbea 12.02.2010
meine liebe tina,wenn alles nur so einfach waere. voruebergehend brauchen wir sicher akw,aber langfristig ist das ein pakt mit dem teufel.unsere generation wird allerdings noch nicht in der hoelle schmoren,die rechnung wird wohl erst viel spaeter preasentiert.der schwerpunkt unserer bemuehungen muss dennoch jezt schon in den alternativen liegen,und zwar nicht nur bei der erzeugung,sondern auch beim transport und verbrauch des strom
Baumgartner Paul 06.07.2010
So eine Aussage zeugt von Ignoranz und Teilwissen! Ein neues AKW verbraucht schon nur bis es ans netz geht soviel Strom und andere Energie wie es in seiner gesamtem Laufzeit erzeugen kann. Ausserdem, wo zum Teufel soll denn der Abfall vergraben werden und mit welcher Sicherheit, he? Diese Sicherheit ist etwa so wie beiom Tiefsee-Oelbohren - nämlich herbeigeschwafelt!
Hausbock 19.12.2009
Immer wieder ertönt dieses schöne Kürzel KKW.
Volliger schwachsinn sind die Kernkraftwerke. Seit es die gibt, ist noch nicht einmal ein Endlagerungsplatz gefunden worden. Die Strombaronen wollen natürlich solche bauen und alles andere unterdrücken. Sie würden ja nichts mehr daran verdienen, wenn alle viel Strom sparen und produzieren könnten
Prellbock 19.12.2009
.......... nur kann keiner dieser Schwärmer verraten, wie das funktionieren soll!
Daher müssen in der Schweiz neue Kernkraftwerke gebaut werden, wie dies in vielen Ländern der Welt ganz normal geschieht!
Gian Schelling 19.12.2009
Neu installierte Strom-Kapazität 2008 in Europa: 36% Wind, 29% Gas, 18% Solar, 3% Kohle, 2% Wasser, 0.3% Atom. Nur in Russland, China, Süudkorea und Taiwan werden heute noch im grossen Stil Atomkraftwerke gebaut. Bleibt abzuwarten, ob sich die Schweiz an Europa oder Russland, China & Co. orientiert!
Kuhglocke 19.12.2009
Neben China bauen auch Indien und Japan im "grossen Stil" Kernkraftwerke!
www.bhavini.nic.in www.japannuclear.com
Auch Grossbritannien, Frankreich und Italien benötigen dringend neue Kernkraftwerke.
marbea 12.02.2010
diese prozentzahlen sind gar nicht vergleichbar,weil der transport und verbrauch je nach erzeugung unterschiedlich erfolgen muss.
August 20.12.2009
Die Strombarone (keine Ahnung, wer das ist) verbrauchen den Strom ja nicht selber. Es ist jedem Bürger freigestellt, keinen elektrische Energie mehr zu verbrauchen. So wie Hausbock die Strombarone einschätzt würden diese jederzeit eine unproblematischere Stromgewinnung lancieren und auch damit ihr Geld verdienen. Aber es gibt diese Art von Energiegewinnung nicht im richtigen Mass.
marbea 12.02.2010
meine familie ist strombaron wie siemens,edison, westinghouse, ,wir sind aktionaere der alpiq,wir wollen aber nicht geldgierig nur dividenden,sondern foerdern auch grundsaetzlich den fortschritt durch bereitstellung von elektrischer energie.es ist eben alles eine frage des masses.meine zahlreichen einsendungen sollten zeigen,dass ich kein bedingungsloser freund von akw und zunehmendem stromverbrauch bin
Pit Falke 12.11.2009
Mir scheint es nicht so wichtig zu sein, ob die Abhängigkeit der Stromversorgung vom Ausland oder vom Inland erfolgt.
Die Zukunft sehe ich eher in einer Art Selbstversorgung, welche die meisten der heutigen Konsumenten zu Lieferanten macht.
Die Zunahme erneuerbarer Energien geht schneller vonstatten, als es die heutigen Experten meinen. Dies deshalb, weil solche Innovationen statistisch schlecht erfasst werden können.
alter Sozi 14.11.2009
Baut endlich neue KKW für den ökologischen und sozialen Fortschritt!
Der Sozialismus führt!
marbea 12.02.2010
lieber alter sozi,rote planwirtschaft in ehren,aber im osten schon lange abgeschafft,wenn alles nur so einfach waere. voruebergehend brauchen wir sicher akw,aber langfristig ist das ein pakt mit dem teufel,da teile ich bedenken eines rechsteiner...
H.G.Nägeli 15.11.2009
Mit den ständigen Drohungen der Stromknappheit machen sie - Alpiq - mir keinen Eindruck. Dies ist lediglich eine PR-Masche um einen Grund zu finden die Strompreise zu erhöhen. Und mit dem Abriss der Konsumenten die Taschen der Aktionäre zu füllen. Uebrigens; wie war das schon wieder mit der hochgelobten "Liberalisierung" ? Wem hat sie etwas gebracht ? Sicher nicht den Konsumenten. Guten Abend.
Benedikt Jorns 22.11.2009
Den Stromkonsum in der Schweiz für die kommenden Jahrzehnte vorauszusagen, ist sehr schwierig. Ein zu grosser Optimismus bei den Einsparmöglichkeiten erwies sich bis heute als nicht berechtigt. Die Umstellung auf effizientere Geräte und Beleuchtungen ist schon seit mehreren Jahren laufend im Gange und wird noch einige Zeit etwa im selben Rahmen weitergehen. Die vermehrte Anwendung von Wärmepumpen beim Heizen verlangt stets mehr Strom. Bei der Warmwasseraufbereitung wird umgekehrt durch den Einsatz von Solaranlagen der Stromverbrauch weiterhin reduziert. Die Konjunkturschwankungen in der Wirtschaft wirken sich zwar spürbar auf den Stromverbrauch aus, sind jedoch in einer Vorhersage über mehrere Jahrzehnte nicht zu berücksichtigen. Ob die Bevölkerungszahl in der Schweiz weiterhin nach oben gehen wird, ist nicht voraussagbar. Wie schnell im Strassenverkehr der Übergang zum Elektro- und zum Wasserstoffantrieb erfolgen wird, ist ebenfalls noch unklar. Studien zeigen, dass auch die Produktion von Wasserstoff für den Strassenverkehr am kostengünstigsten mit Elektrolyse (und damit Strom) bei der Tankstelle erfolgt.
Das Bewilligungsverfahren und der Bau von Kernkraftwerken dauern in unserer direkten Demokratie sehr lange. Kein anderes Land benötigt dazu fast 20 Jahre. Die eigentliche Bauphase dauert nur etwa fünf Jahre. Die Projektierungsphasen und vor allem das mehrstufige Bewilligungsverfahren mit allen sich abzeichnenden politischen Seilziehen dauern wesentlich länger. Um die Unsicherheit bei der Abschätzung des zukünftigen Stromverbrauchs zu entschärfen, gibt es nur eine Methode: Genügend Projekte zeitlich versetzt vorantreiben, deren Realisierung vom unmittelbar vor dem Baubeginn besser abschätzbaren Strombedarf abhängig ist. So wird auch die Weiterentwicklung der Reaktortechnik berücksichtigt. Parallel dazu sind zusammen mit engagierten Umweltschützern Projekte zur Nutzung erneuerbarer Energiequellen zu verwirklichen und Impulse zu setzen, um die Energieeffizienz zu erhöhen. Nur so ist es allenfalls möglich, auf das eine oder andere Atomkraftwerk verzichten und die Stromversorgung in unserem Land trotzdem garantieren zu können.
Gian Schelling 22.11.2009
Stromlücke? Stromüberschuss!
Mildere Temperaturen, gesteigertes Umwelt- und Risikobewusstsein sowie geringere Konsumneigung haben in den letzten Jahren den pro-Kopf-Stromverbrauch in weiten Teilen Europas gesenkt. Stromkonzerne RWE und E.ON stellen bereits Preissenkung in Aussicht, um Absatz vorhandener Energiekapazitäten zu sichern. Wohin geht es in der Schweiz? Ein spannendes Forum!
Benedikt Jorns 25.11.2009
Von einem Rückgang des Stromkonsums in der Schweiz ist weit und breit nichts zu sehen! Seit Jahren steigt die Grafik unseres Stromverbrauchs beeindruckend konstant nach oben. Im letzten Jahr haben wir sogar noch zugelegt. Beobachter 15.04.09: „War wohl nichts mit Sparen: Der Elektrizitätsverbrauch in der Schweiz ist im Jahr 2008 um 2,3 Prozent auf 58,7 Milliarden Kilowattstunden gestiegen – so viel wie noch nie.“ Auch wenn im laufenden Jahr der Stromverbrauch als Folge des Konjunktureinbruchs mit einigen nicht mehr voll laufenden Produktionsanlagen leicht zurückgehen sollte, wird ab 2010 oder spätestens 2011 die Verbrauchsgrafik wieder die langfristig steigende Tendenz zeigen.
Die bei uns zu erneuernden Kernkraftwerke werden voraussichtlich von ca. 2025 – 2085 im Einsatz stehen. In dieser Zeit werden Erdöl- und Erdgas weltweit zunehmend knapp. Ersetzbar sind sie nur durch elektrischen Strom, direkte Wärmeproduktion, Nutzung von Biomasse und via Wasserstoffproduktion (zum Teil über Elektrolyse und damit auch wieder el. Strom). Bereits heute ist klar ersichtlich: Im Laufe dieses Jahrhunderts müssen weltweit noch sehr viele Anlagen zur Strom- und Wasserstofferzeugung erstellt werden. Darunter werden Solaranlagen jeder Grösse, Windgeneratoren in dazu geeigneten Gebieten, Geothermiewerke bei geeigneten Wärmevorkommen in grosser Tiefe, ab ca. 2030 Kernkraftwerke der Generation IV mit völlig neuartigen Konzepten und ab ca. 2050 Kernkraftwerke der Generation V mit Kernfusion und der Nutzung der weltweit praktisch unbegrenzt vorhandenen Rohstoffe Wasser und Lithium (daraus entstehen Deuterium und Tritium).
Ob die Umstellung der weltweiten Energieproduktion in dieser doch sehr kurzen Zeit möglich ist, ob damit eine die Menschheit schwer treffende Wirtschaftskrise oder gar Kriege in den Gebieten mit Vorkommen von fossilen Brennstoffen auftreten werden, wissen wir heute nicht. Doch eines ist klar: Im Moment sind wir noch sehr weit davon entfernt, die fossilen Brennstoffe durch andere Energiequellen ersetzen zu können. Die Forschung, die Entwicklung und das Sammeln von Erfahrungen sind in allen Bereichen der Energieversorgung und –nutzung sowohl für die heutige wie für die kommenden Generationen wichtige und leider nicht ganz einfache Aufgaben.
Gian Schelling 25.11.2009
Na dann bleibt zu hoffen, dass wir auch in der Schweiz das Stromsparen lernen.
Steigende Preise, unberechenbarer Atomrisiken mit bekanntlich katastrophalen Folgen werden auch den Verbrauch in der Schweiz senken.
Danke Herr Jorns dass Sie uns eindrücklich mahnen: Um die nun auch in der Schweiz einsetzende Entwickung eines sinkenden Stromverbrauchs über 2009 und 2010 hinaus zu sichern, brauchen wir politisches und privates Engagement jedes einzelnen! Schön, dass solches Engagement in der Stromrechnung belohnt wird!
Jeanne Türglocke 07.07.2010
Die Konjunktur verbesert sich und so steigt der Strromverbrauch automatisch!
WEil der Strom knapper wird, steigt der Preis- das ist der freie Markt!
Jürg Rutschi 08.07.2010
Das ist genau das, was nötig ist. Der Strom ist zu billig. Das Öl/Benzin auch. Ideal wäre eine Umlagesteuer, die allen zu Gute kommt, z. B. zur Krankenkassenfinanzierung.
marbea 08.07.2010
krankenkassen haben nichts mit strom zu tun.wenn die energieversorgung endlichst den modernen technischen,energiesparenden und umweltgerechten erfordernissen angepasst würde,wäre der strom nicht mehr zu billig,der preis pro kwh zwischen einem halben und ganzen franken.
Jürg Rutschi 08.07.2010
Ich nehme an, sie sind Jurist von Beruf?
marbea 08.07.2010
wenn sie mich meinen,nein.abgesehen von den patentanwälten haben viele juristen nur einen blassen dunst von naturwissenschaften,die ja letztendlich alleine eine objektive wahrheit darzustellen versuchen.ich habe examen bestanden in physik,(elektrizitätslehre, thermodynamik,kernphysik) chemie
Jürg Rutschi 08.07.2010
Ich ging davon aus, da Sie bezüglich der 'Krankenkassensubvention' die Einheit der Materie ansprechen könnten.
steuerzahler 23.11.2009
Immer mehr Menschen kaufen immer mehr Elektrogeräte, darum steigt der Verbrauch immer höher.
Weil die Deutschen zu tausenden aus ihrem Land flüchten, sinkt der Verbrauch in D. Aber die Deutschen kommen zu uns und so brauchen wir Beznau3, Gösgen 2 und Mühleberg 2!
Kilowatt 29.11.2009
Der Stromverbrauch pro Einwohner ist in der Schweiz (ca. 7000 KWh) deutlich höher als z.B. in Deutschland (ca. 6500 KWh) oder Grossbritannien (ca. 6000 KWh). Einsparpotential gibt es also offenbar genug.
Zum Thema "Abhängigkeit vom Ausland": Wo in der Schweiz wird Uran abgebaut? Wie sind beim Uran zu 100% vom Ausland abhängig. Unabhängig machen uns die einheimischen erneuerbaren Energien wie Wind, Wasser und Biomasse - und das Stromsparen.
Warmduscher 18.12.2009
Deutsche und Briten sparen mit weniger Wohlstand. Daher flüchten die Deutschen in die Schweiz, wie frühe Italiener, Jugos und andere Südländer.
Wenn die Deutschen unseren Wohlstand geniessen, brauchen sie eben auch Strom. Daher haben wir die Stromlücke schon sehr bald!
Das erschreckt mich!
Warmduscher 18.12.2009
Deutsche und Briten sparen mit weniger Wohlstand. Daher flüchten die Deutschen in die Schweiz, wie frühe Italiener, Jugos und andere Südländer.
Wenn die Deutschen unseren Wohlstand geniessen, brauchen sie eben auch Strom. Daher haben wir die Stromlücke schon sehr bald!
Das erschreckt mich!
Warmduscher 18.12.2009
Deutsche und Briten sparen mit weniger Wohlstand. Daher flüchten die Deutschen in die Schweiz, wie frühe Italiener, Jugos und andere Südländer.
Wenn die Deutschen unseren Wohlstand geniessen, brauchen sie eben auch Strom. Daher haben wir die Stromlücke schon sehr bald!
Das erschreckt mich!
Warmduscher 18.12.2009
Deutsche und Briten sparen mit weniger Wohlstand. Daher flüchten die Deutschen in die Schweiz, wie frühe Italiener, Jugos und andere Südländer.
Wenn die Deutschen unseren Wohlstand geniessen, brauchen sie eben auch Strom. Daher haben wir die Stromlücke schon sehr bald!
Das erschreckt mich!
Benedikt Jorns 30.11.2009
Bereits unsere Urgrossväter haben erkannt, dass eine umweltbewusste Schweiz seine Energieversorgung soweit wie möglich mit elektrischem Strom abdecken muss. Schon früh wurde unser Eisenbahnnetz elektrifiziert und es wurden riesige Staumauern gebaut. Unsere Stauseen erzeugen nicht nur ca. 60% unseres Stroms sondern sind als „Stromakkus“ auch eine wertvolle Ergänzung zu den in Europa sich stark verbreitenden Windgeneratoren. Bekanntlich findet bei jedem Laden und anschliessenden Entladen von Akkus ein Stromverlust statt. So verliert man bei jedem Pumpspeichern in unseren Stauseen ca. 30% der elektrischen Energie. Trotzdem ist die Pumpspeicherung in unseren Stauseen in Kombination mit der Stromgewinnung aus unregelmässig anfallender Windkraft sehr wertvoll. Eine Folge davon ist allerdings, dass wir in der Statistik des Stromverbrauchs zu Unrecht als Grossverbraucher erscheinen.
Da wir Schweizer versuchen, unsere Ziele bei der CO2-Reduktion auch tatsächlich zu erfüllen, wird übrigens unser Stromverbrauch wegen den vielen neu installierten Wärmepumpen beim Heizen stark steigen. Zudem haben schon verschiedene Autohersteller Modelle mit Elektroantrieb und Lithium-Ionen-Akkus für die kommenden Jahre angekündigt. Viele umweltbewusste Bürger(innen) in unserem Land werden schon bald ein Auto oder einen Roller mit Elektroantrieb fahren.
Heute wird der weltweite Energiebedarf erst zu 17% mit elektrischem Strom abgedeckt. Dieser Anteil wird während den nächsten Jahrzehnten stark steigen. Langfristig muss die weltweite Gesamtenergieversorgung ohne Erdöl, Erdgas und Kohle möglich sein. Dies ist nur mit elektrischem Strom, Wasserstoff, direkter Wärmeversorgung und Biomasse möglich. Die erneuerbaren Energien werden bei unserer Energieversorgung eine bedeutende Rolle haben. Forschung und Entwicklung sowie das Sammeln von langjährigen Erfahrungen müssen gefördert werden. Wer aber glaubt, mit Energieeffizienz und erneuerbarer Energie „wäre die Energielücke zu vermeiden“, sieht leider nicht, dass er/sie mengenmässig die kommenden Energieprobleme bei weitem unterschätzt. Auch wenn viele es gerne anders sehen würden, es braucht alle drei: Energieeffizienz, erneuerbare Energie und Kernenergie.
Und dies zur Auslandabhängigkeit vom Uran: Uranvorräte können im Gegensatz zu fossilen Brennstoffen über Jahrzehnte gelagert werden. Gemäss den neusten Studien sollte die Brennstoffversorgung der weltweit geplanten KKW gesichert sein. Der Uranpreis hat nur eine sehr kleine Auswirkung auf den durch KKW produzierten Strom. Wir werden uns folglich in der Schweiz sehr rasch die langfristig erforderlichen Uranreserven beschaffen und nicht auf allfällige Preisschwankungen achten. Übrigens braucht man beim Betrieb von KKW mit Kernspaltung nicht einfach Uran, sondern eines oder mehrere der drei Isotope Uran-235, Uran-238 oder Thorium-232. Unsere bisherigen und auch die geplanten KKW verbrauchen Uran-235. Davon gibt’s leider nicht beliebig viel. Ab voraussichtlich 2030 werden KKW der 4. Generation zur Verfügung stehen, welche auch die beiden andern Isotope nutzen können. Die Vorkommen dieser beiden Isotope reichen weltweit noch für mehrere Jahrtausende. Bei der bereits weit fortgeschrittenen Entwicklung von Kernkraftwerken der Generation 5 mit Kernfusion beteiligt sich auch die Schweiz sehr aktiv. In Cadarache (Südfrankreich) entsteht in internationaler Zusammenarbeit ein Versuchsreaktor, der erstmals die erforderliche Grösse hat, um Energie produzieren zu können. Das erste Strom produzierende KKW mit Kernfusion erwartet man 2035, die Serienproduktion ist für ca. 2050 vorausgesagt. Die Kernfusion benutzt als Brennstoff die beiden Wasserstoff-Isotope Deuterium und Tritium. Diese werden aus sehr kleinen Mengen Wasser und Lithium hergestellt. Die Schweiz hat selbst genügend Vorkommen, um sich damit solange es Menschen geben wird versorgen zu können. Übrigens sind bei Kernkraftwerken mit Kernfusion Katastrophen wie in Tschernobyl nicht möglich und die entstehende Asche ist wertvolles nicht radioaktives Helium.
MARBEA 07.07.2010
es wird nicht immer mehr strom a discretion geben,aber wirksamere elektrogeräte.es ist intelligentes sparen angesagt,anders geht es einfach nicht.die vefgangenen zuwachsraten im verbrauch sind in zukunft inakzeptabel.
Maurer 04.12.2009
Natürlich brauchen wir (immer) mehr Strom in der Schweiz. Der ÖV fordert seinen Tribut, Wärmepumpen fordern ihren Tribut und die Zuwanderung erhöht den Gesamtverbrauch. Für diejenigen, die es nicht wissen, aber individulle Elektrofahrzeuge benötigen weniger Energie pro Passagierkilometer als der ÖV, aber wir bauen ja den ÖV aus. Zudem könnte im Haushalt 90% des Stroms eingespart werden mit Induktinherden, Ultraschallkühlschränken (kennt ihr wohl nicht!) und LED Beleuchtung (vergesst die schädlichen Sparlampen).
Technisch wäre es möglich, jedes Haus als Kraftwerk zu bauen, sprich es produziert mehr Energie, als es Verbraucht. Leider verhindert die Politik solche Lösungen und damit meine ich nicht, dass Subventionen gesprochen werden, man kann es auch einfach vorschreiben! Leider hat der Bundesrat Leuenberger mehr Fantasie für seine Bücher, als für die Problemlösungen dieses Landes, welches im jedes Jahr CHF 350'000 dafür bezahl, dass er seinen Stuhl warm hält. Danke liebes Parlament, dass ihr immer wieder Bundesräte wählt, die zu nichts nutze sind und die, die etwas tun (Metzler, Blocher) abwählt.
Maurer 04.12.2009
Vergesst das Märchen vom billigen Atomstrom! Es wurden nur immer die Kosten für die Stromproduktion gerechnet. Unterschlagen werden die Kosten für Entwicklung, Forschung, Endlagerung!!!, und Rückbau der KKW's. All diese Kosten werden durch Steuergelder beglichen und dem Volk Sand in die Augen gestreut! Atomstrom ist nicht wirklich billiger als ÖKO-Strom. Weiteres Beispiel: Ein KKW muss 9 Jahre Stromproduzieren um die Engerie einzuspielen, welche es benötigt hat, bis es an Netz ging. Eine Solarzelle muss nur 2 Jahre Strom produzieren! Ein KKW kann bis zu 50 Jahren laufen, eine Solarzelle mindestens 25 Jahre. Bei dieser Rechnung ist der Verlust von Hochspannungsleitungen nicht berücksichtigt!!!
Benedikt Jorns 04.12.2009
Solche Aussagen ohne irgend eine Begründung dienen uns nicht. Sie sind zum grössten Teil falsch oder geben zumindest ein verzerrtes Bild der Realität. Hier nur ein Beispiel der falschen Informationen: Die Rückbaukosten von Kernkraftwerken sind im Strompreis eingerechnet. Die Schweizer Kernkraftwerke und das Zwischenlager in Würenlingen werden nach ihrer Ausserbetriebnahme stillgelegt und vollständig zurückgebaut. Bis auf die grüne Wiese. Der Rückbau aller fünf Schweizer Kernkraftwerke und des Zwischenlagers wird gemäss heutigen Schätzungen 1,9 Milliarden Franken kosten. Man könnte allenfalls darüber diskutieren, ob dieses Geld ausreichen wird. Immerhin ist zu bedenken, dass diese Kosten nicht aus der Luft gegriffen sind, sondern unter anderem auf bereits gemachten Erfahrungen im Ausland beruhen. Eine analoge Aussage kann über die Entsorgung des radioaktiven Abfalls gemacht werden. Allerdings ist eine Endlagerung erst ab frühestens Mitte dieses Jahrhunderts möglich. Ob dann eine Überführung des Abfalls vom Zwischenlager in ein Endlager sinnvoll sein wird, steht heute noch nicht fest. Die weltweite Weiterentwicklung der Nukleartechnik wird in den nächsten Jahrzehnten wahrscheinlich Möglichkeiten aufzeigen, wie wir auch das im Uran vorhandene Isotop Uran-238 nutzen können (etwa das 140-fache des bisher genutzten Uran-235). Es wäre mühsam, den in Beton versenkten radioaktiven Abfall wieder aus dem Boden holen zu müssen.
Gian Schelling 19.12.2009
Herr Jorns, eindrücklich geben sie einen Überblick über beinahe alle ungelösten Fragen der Atomkraft. Eine wichtige Frage möchte ich hinzufügen: Wer offeriert eine Versicherung gegen Unfälle während Betriebs- und Atommülllagerungszeit und falls überhaupt jemand, wer bezahlt diese? Ich habe bisher vergeblich recherchiert.
STEUERZAHLER 07.12.2009
Diese Grünen sind einfach ein AERGERNIS.
Sie sind zutiefst unsozial mit ihren Lügen!
Smartgrind 16.02.2010
welche Lügen?
marbea 17.02.2010
AERGERNIS: ich bin ein gruener,naturwissenschafter, nicht politiker.der naturwissenschafter ist an die wahrheit gebunden,die sich durchaus manchmal spaeter als irrtum erweisen kann,dann sind wieder korrekturen am platz.ich bin kein absoluter gegner von akw,habe aber keine freude daran.ausserdem bin ich ein groesserer steuerzahler der gemeinde.sonst noch was?
michi 18.02.2010
Rutschi Jürg 08.12.2009
Der Strom ist zu billig. Der Verbrauch wird abnehmen, sobald der Preis steigt. Die Produktion wird attraktiver, sobald der Preis steigt.
Benedikt Jorns 09.12.2009
Atomkraftwerkgegner verbreiten oft Argumente, die sie irgendwo aufgeschnappt haben und für sie leicht verständlich sind. So verbreiten sie sehr gerne die „Weisheit“, AKW seien völlig unnötig, denn der freie Strommarkt werde über einen allenfalls steigenden Strompreis das Angebot und die Nachfrage stets wieder ins Gleichgewicht bringen. Zwar ist uns klar, dass höhere Strompreise die Stromproduktion attraktiver machen und der Verbrauch zurückgeht. Dieses Grundprinzip der freien Marktwirtschaft ist zwar grundsätzlich richtig, doch der Strommarkt hat seine Eigenheiten. Eine davon ist die, dass die Spannung im Stromnetz rund um die Uhr über alle Jahreszeiten konstant gehalten werden muss. Bei den riesigen Strommengen, von denen unsere heutige Gesellschaft und insbesondere unsere Industrie abhängig ist, braucht dies eine Vorausplanung nicht nur über einzelne Jahre sondern sogar über einige Jahrzehnte. Die Elektrizitätsgesellschaften sehen sich gezwungen, mindestens über zwanzig Jahre die Stromproduktion einigermassen sicherzustellen. Zwar sind über das europaweite Stromnetz notfalls Stromlücken zu schliessen, doch ist das bestehende internationale Leitungsnetz in seiner Kapazität beschränkt. Zudem zeichnet sich mittel- und langfristig eine Stromknappheit in ganz Europa ab und es ist unbefriedigend, längerfristig auf den Stromimport angewiesen zu sein.
Wie es bei einem Verbot des Baus von Atomkraftwerken so gehen kann, sehen wir in unserem östlichen Nachbarland. „No atom!“ leben die Österreicher, so scheint es, konsequent. Das fast fertig erstellte AKW Zwentendorf wurde nie in Betrieb genommen und neue Gesetze hat das Land vom „Atommüll“ befreit. Dafür fördert Österreich die Nutzung erneuerbarer Energie. Stolze 23 % der Gesamtenergieproduktion wird jetzt so gewonnen – Bravo! Wir Schweizer sind zwar mit 17 % auch nicht schlecht, wenn man etwa mit Deutschland (7 % im 2008, siehe Wikipedia) vergleicht. Doch wer genau hinschaut erkennt, dass auch unsere östlichen Nachbarn nur mit Wasser kochen: Zwentendorf wurde durch das die Umwelt belastende Kohlekraftwerk Dürnrohr ersetzt und im Gegensatz zu uns Schweizern erzeugen die Österreicher über 30 % des Stroms mit fossilen Brennstoffen. Gleichzeitig gelingt ihnen die Eigenversorgung mit elektrischer Energie zunehmend schlechter. Wie der importierte Strom gewonnen wird, wissen sie nicht. Da der Import vorwiegend aus Deutschland (rund 13'000 GWh) und Tschechien (rund 6'000 GWh) erfolgt, dürfte es vorwiegend ein fossil-atomarer Strommix sein. Ungefähr 20 % des in Österreich konsumierten Stroms kommt laut Schätzungen mittlerweile aus AKW, Tendenz steigend. Beim Gesamtenergieverbrauch konnten sie in den letzten 20 Jahren den Anteil erneuerbarer Energie nur noch um ein Prozent erhöhen.
Bekannt ist Rudolf Rechsteiners Spruch: „Es gibt kein Stromloch! Es gibt nur Löcher in den Köpfen der Atomkraftwerk-Befürworter!“ Hoffen wir, das im nächsten Frühling durch seinen Rücktritt im Nationalrat entstehende „Loch“ werde durch einen weniger fanatischen Ideologen und „AKW–Nein Danke“–Kämpfer“ gefüllt!
Jürg Rutschi 09.12.2009
Die Frage ist nur, ob der heute politisch festgesetzte (tiefe) Preis rechtzeitig angepasst, bzw. freigegeben wird. Den Rest regelt der Markt.
Geniesser 11.12.2009
Ja zur Kernenergie, nein zu immer mehr Grünen, die uns nur Geld kosten und Aerger bringen!
Rechsteiner hat es gemerrkt und ist zurückgetreten!
Thumb59 16.12.2009
So lange sich Gegner und Befürworter um KKW streiten und nicht wirklich schonende Alternativen, die bereits heute bestehen und genutzt werden können, so lange werden wir keine zukunftsorientierte Lösungen finden,
Ein KKW ist eine absolut indiskutable Alternative, die nur den Stromfirmen hilft dicke Profite zu machen, da sie die Entwicklung und die Instantstellung gar nie bezahlen müssen. Wohlgemerkt ich bin nicht nur grün.
Es ist ganz klar dass in der Nähe von Atomkraftwerken bei Mensch/Tier und Pflanzen Krankheitsbilder auftreten die schlicht verheimlicht oder vertuscht werden. Da hilft auch das sauberste Atomkraftwerk nichts.
Grundsätzlich bin ich nicht gegen Atomkraftwerke, aber dann bitte mit sauberer Endlösung und nicht einem Tschernobyl-Effekt, der auch heute noch passieren kann.
Ausserdem sollten wir uns auch überlegen, wie viel Strom wir wirklich brauchen. Muss die Kaffeemaschine immer angeschlossen sein oder der TV oder PC wenn wir nicht zu Hause sind?
Ich glaube fest, dass die Schweiz zu fast 100% auch ohne Kernkfraftwerke sich mit sauberem Strom eindecken könnte, wenn der Wille besteht. Bei den Autos sollte man ganz klar die maximale 10l Marke bewerten und das sollte dann in den Bergen und nicht irgendwo in Holland getestet sein.
Es gibt hunderte von kleinen und grossen Möglichkeiten, nur gibt es leider zu viele Industrieinteressen.
Der Strom wird weiterhin aus der Steckdose kommen und die Pole weiterhin schmelzen.
Wollen wir wirklich was tun statt nur zu diskutieren?
Wir könnten als kleines Land eine Vorreiterrolle für viele Länder sein.
Klug 68 16.12.2009
So dumme Vorurteile gegen die Kernenergie!
1. Von der Kernenergie profitieren die Konsumenten und Steuerzahler, denn billiger Strom nützt allen und die Stromgesellschaften gehöhren fast immer der öffentlichen Hand; ihre Gewinne füllen die Löcher in den öffentlichen Kassen!!
2. Die Umgebung von Kernkraftwerken wird in den deutschsprachigen Ländern so streng wie in Frankreich überwacht. Schäden, die vom Betrieb der Kernkraftwerke verursacht worden sein könnten, sind nie beobachtet worden.
3. Tschernobyl ist eben nicht überall; sichere Leichtwassereaktoren haben sich weltweit durchgesetzt, Grafitreaktoren wie jener in Tschernobyl gibt es nur noch im Osten und in England!
4. Die Kosten für die Entwicklung, den Bau und den Betrieb der Kernkraftwerke sind im Strompreis inbegriffen, ebenso wie diverse Steuern, Abgaben und Ausschüttungen an die Öffentlichkeit und die ganzenSubventionen für (unnütze) Alternativenergien und ähnlichen Quatsch.
5. Es gibt eine Alternative zu den bestehenden KKW!
Nämlich neue KKW!
Felix 16.12.2009
Wahrheit, nicht Vorurteile;
1. Wenn Atomstrom so billig wäre, warum wurden dann in den letzen Jahren nirgends in Europa neue Kernkraftwerke gebaut? Bei den beiden einzigen im Bau befindlichen Atomkraftwerke in Olkiluoto/Finnland und in Flamanville/Frankreich werden die Kosten massiv überschritten. Bauherren und Hersteller streiten darüber, wer dafür büssen soll.
2. In der Umgebung von Kernkraftwerken wurden sehr wohl Schäden beobachtet. In Deutschland beispielsweise ist die Krebsrate bei Kindern stark erhöht, die in der Nähe eines AKW leben. In der Schweiz gibt es leider bis heute kein nationales Krebsregister, das solche Zusammenhänge aufzeigen könnte.
3. Auch in Leichtwasserreaktoren können sich schwere Unfälle ereignen, so z.B. in Harrisburg / Pennsylvania (Three Mile Island). Es kam dort sogar zu einer teilweisen Kernschmelze. Die Freisetzung riesiger Mengen Radioaktivität konnte nur um Haaresbreite verhindert werden.
4. Und wer bezahlt die bis heute weltweit ungelöste Endlagerung des Atommülls für viele Tausend Jahre? Wollen wir unseren Kindern und Enkeln einen Haufen strahlenden Müll als "Erbe" hinterlassen?
5. Die Steigerung der Energieeffizienz und ein bewussterer Umgang mit Strom kann innert kürzester Zeit zwei AKW überflüssig machen. Das ist zukunftssicher und billiger als jedes Kraftwerk.
Benedikt Jorns 20.12.2009
Die Argumente von Felix und Thumb59 sind bei Atomkraftwerkgegnern bekannt. Ohne vertiefte Kenntnisse unserer Energieversorgung ist es für viele Leute schwierig, darauf Antworten zu finden.
zu 1:
Nach dem Reaktorunfall in Tschernobyl wurde verständlicherweise weltweit der Bau von neuen Kernkraftwerken gestoppt. Erst die Entwicklung der auf Sicherheit ausgelegten Reaktoren der Generation 3 führen heute zu einer weltweiten Renaissance im Kernkraftwerkbau. Die Probleme beim Bau des ersten EPR in Olkiluoto/Finnland betreffen grösstenteils beanstandete Mängel in der Ausführung und zeigen, dass die Qualitätskontrolle bei der Abnahme gewissenhaft durchgeführt wird. Beim Bau von weiteren EPR-Reaktoren wird man von den gemachten Erfahrungen profitieren können. Der ehemalige deutsche Umweltminister und heutige Bundestagsabgeordnete Jürgen Trittin bezeichnet alte Atomkraftwerke als „Gelddruckmaschinen“. Tatsache ist, dass nicht nur die alten sondern auch die neuen Kernkraftwerke sehr günstig Strom produzieren.
zu 2:
Die Erde selbst ist ein natürliches Kernkraftwerk, in welchem die Isotope Uran-235, Uran-238, Thorium-232 und Kalium-40 gespalten werden. Dabei entstehen unter anderem riesige Mengen von radioaktiven „Abfällen“, wie wir sie in unseren KKW produzieren. Das an die Erdoberfläche gelangende Radon ist eine Folge davon. In der Schweiz sind wir davon sehr stark betroffen. Das Bundesamt für Gesundheit hat eine beachtenswerte Information und Beratung unter www.bag.admin.ch/themen/strahlung/00046/01561/index.html aufgeschaltet. Für jede Gemeinde in der Schweiz können dort die in verschiedenen Häusern gemachten Radioaktivitätsmessungen eingesehen werden. Es gibt zudem noch andere Quellen für unsere radioaktive Belastung. Sie erreicht uns z.B. aus dem Weltall, aus der Nahrung, dem Wasser und aus den Baumaterialien (Granit und Beton). Pro Jahr bekommt ein Mensch in der Schweiz 3 Millisievert natürliche Strahlung ab. Bei Menschen, die in Granit- und Betonbauten wohnen, erhöht sich die natürliche Strahlendosis um ca. 3 Millisievert. Die zusätzliche Strahlung, der die Bevölkerung in der Nachbarschaft von Kernkraftwerken ausgesetzt ist, entspricht weniger als einem Hundertstel dieser Dosis. Wer sich beim Arzt oder im Spital röntgen lässt, wird zusätzlich mit 500 bis 2000 Millisievert bestrahlt.
Es ist fast nicht möglich, dass die in Deutschland im Umfeld von Kernkraftwerken gemachten Erhebungen von Krebserkrankungen bei Kindern seriös durchgeführt und ausgewertet wurden. Die von KKW verursachten Strahlenbelastungen werden ständig kontrolliert und sind derart klein, dass eine Gesundheitsgefährdung der umliegenden Bevölkerung ausgeschlossen werden kann. Immerhin muss abgeklärt werden, wie es zu solchen
Erhebungsresultaten kommen konnte. Bewertungen durch Kernkraftwerkbetreiber und deren Gegner sind durchwegs zu wenig objektiv. Studien müssen streng wissenschaftlich durchgeführt und in ihrer Entstehung transparent sein. Grundsätzlich müssen sie neutral und daher staatlich finanziert werden.
zu 3:
Die partielle Kernschmelze am 28. März 1979 im Kernkraftwerk „Three Mile Island“ bei Harrisburg wurde wesentlich gründlicher, kritischer und ehrlicher untersucht als der Reaktorunfall von Tschernobyl (siehe z.B. in Wikipedia). Wie „riesig“ die maximal mögliche Verstrahlung der Umgebung einzuschätzen ist, weiss ich jedoch nicht. Doch schon alleine die Existenz einer massiven Betonumhüllung des Reaktors legt nahe, dass eine derart grosse Katastrophe wie in Tschernobyl auszuschliessen ist. Bei der Entwicklung der 3. Generation von Kernreaktoren stand die Erhöhung ihrer Betriebssicherheit im Vordergrund. Die Erfahrungen aus „Three Mile Island“ waren dabei sehr nützlich.
zu 4:
Die Kosten der Endlagerung des Atommülls sind im Strompreis eingerechnet. Das Geld für den Rückbau der bald ausgedienten Reaktoren sowie die Zwischenlagerung und die Endlagerung des radioaktiven Abfalls liegt bereit. Bis ca. Mitte dieses Jahrhunderts dürfen die unter ständiger Kontrolle stehenden Fässer mit radioaktiven Abfällen das Zwischenlager in Würenlingen nicht verlassen. Auch wenn die geplante Endlagerung in Opalinuston bereits im Juni 2006 vom Bundesrat genehmigt wurde, wird man sich während den kommenden Jahrzehnten sehr wohl überlegen, ob man das noch nicht genutzte Isotop Uran-238 wirklich in Beton verpacken und im Boden vergraben will. Uran enthält 140 Mal soviel spaltbares Uran-238 wie Uran-235. Genau betrachtet, haben wir beim zwischengelagerten Uran erst etwa einen Fünfzigstel der zu gewinnenden Energiemenge genutzt. Natürlich entsteht auch so später radioaktiver Abfall, doch wird die zu lagernde Abfallmenge wesentlich kleiner sein und voraussichtlich weniger lang strahlen. Die weltweit koordinierte Entwicklung von Reaktoren der Generation 4 soll unter anderem die Nutzung von Uran-238 und Thorium-232 bis etwa 2030 möglich machen.
zu 5:
Gemäss den neusten Statistiken sind wir in der Schweiz mittlerweile eine 6’000-Watt-Gesellschaft geworden. Das muss man sich bildlich vorstellen: Jeder in der Schweiz lebende Mensch lässt sein Leben lang rund um die Uhr fünf Staubsauger auf voller Leistung laufen. Wie ist das nur möglich? Die von uns im Laufe der Zeit erstellte Infrastruktur ist beeindruckend: Vom Strassennetz bis zum Sportstadion, von der Abwasserreinigung bis zum Schulhaus, unzählige grössere und kleinere von uns als selbstverständlich angenommene Einrichtungen und Dienstleistungen brauchen bei ihrer Erstellung, für ihren Unterhalt und ihren Betrieb Energie. Auch die Produktion und die Verteilung von Gütern braucht selbstverständlich Energie. Natürlich ist ein sparsamer Stromverbrauch für uns alle sehr empfehlenswert. Bis dass die Leistung von zwei AKW überflüssig wird, braucht es jedoch viel mehr als uns allen lieb ist.
Für die neuen KKW-Projekte in der Schweiz steht vor allem der EPR (Europäischer Druckwasser-Reaktor) zur Diskussion. Er hat eine Jahresproduktion von ca. 12 Mia. kWh. Grande Dixence ist die höchste Staumauer der Schweiz. Dank ihr können jährlich 2 Mia. kWh Strom produziert werden. 12 solche Staumauern oder 5’500 Windkraftanlagen (mit einer Jahresproduktion, wie sie im Durchschnitt von Anlagen in Deutschland erzielt wird) wären nötig, um die gleiche Leistung zu erreichen, wie sie zwei neue Kernkraftwerke bringen würden.
Es ist schön, hin und wieder im Leben zu träumen. Wer aber heute davon träumt, mit Energie sparen und erneuerbarer Energie seien „Stromlöcher“ zu vermeiden, der wird wie unsere östlichen Nachbarn, die Österreicher, früher oder später von der Realität eingeholt. (Dazu mein etwas weiter oben zu lesende Beitrag „Atomkraftwerkgegner verbreiten oft Argumente …“) Auch wenn viele es gerne anders sehen würden, es braucht alle drei: Energieeffizienz, erneuerbare Energie und Kernenergie.
Benedikt Jorns 21.12.2009
Kleine Korrektur: Der Stromverbrauch unserer neusten Staubsauger schwankt bei voller Leistung um 2'000 Watt. Also sollte es "drei Staubsauger" heissen. Sorry!
Jürg Rutschi 21.12.2009
Solange mir die Energiewirtschaft nicht ernsthaft aufgezeigt hat, was die Versorgung mit alternativen Energieträgern ohne den Ersatz der auslaufenden KKWs durch neue und ohne den Ersatz der Beschaffungsverträge mit Frankreich in der Schweiz kostet, bzw. was dazu nötig ist, werde ich neuen KKWs nicht zustimmen.
Benedikt Jorns 21.12.2009
Die Stromkosten aus verschiedenen Quellen vergleichen wir am besten anhand der in Deutschland festgelegten Abnahmeentschädigung von erneuerbaren Energien. Es gelten dort folgende Erzeugungskosten (Einheiten werden hier nicht angegeben, da nur der Vergleich der verschiedenen Stromquellen interessiert):
Wasserkraft 1.5; Kernenergie 2; Braunkohle 2; Steinkohle 3; Erdgas 4; Wasser Kleinkraftwerke 7; Biomasse 9; Windkraft 9.1; Photovoltaik 50.6
Die vier letztgenannten Stromquellen werden in Deutschland gefördert. Jeder darf mit ihnen Strom produzieren und die Elektrizitätswerke sind verpflichtet, diesen entsprechend den angegebenen Zahlen abzukaufen. In Deutschland sind demnach Windkraft 4.5 Mal und Photovoltaik 25 Mal so teuer wie Kernenergie. Wegen dieser Quersubventionierung der erneuerbaren Energien ist der Strom in Deutschland sehr teuer. Bei der Standortsuche der Industrie wirkt sich das negativ aus. Es gibt mehrere Gründe für die hohe Arbeitslosigkeit in Deutschland. Einer davon ist der für die Industrie hohe Strompreis im internationalen Vergleich. Frankreich (vorwiegend Strom aus Kernenergie) und die Schweiz (Strom aus Wasserkraft und Kernenergie) produzieren den Strom ungefähr halb so teuer wie Deutschland, Italien und Österreich.
Die sehr hohe Abnahmeentschädigung des Stromes aus erneuerbaren Quellen kann in Deutschland nicht verhindern, dass die geplante Abschaltung der Kernkraftwerke selbst in den Augen der Regierung zunehmend illusorisch wird und zudem neue Kohlekraftwerke geplant werden. Einerseits tut man alles im Bereich des Möglichen, um den Anteil en erneuerbarer Energie zu vergrössern, doch nach den ersten Erfolgen harzt die gewünschte Entwicklung und es werden erst 7% der Primärenergie so erzeugt. Dieser Anteil wird zwar ganz langsam weiter steigen, doch bis man die bei uns in der Schweiz erreichten 17% erreichen wird, wird noch viel Wasser den Rhein hinunter fliessen.
Italien und Österreich müssen schon heute einen grossen Teil des benötigten Stromes importieren. Italien plant endlich den Bau von Kernkraftwerken, während Österreich immer mehr in eine Auslandabhängigkeit hinein schlittelt.
Die Schweizer Elektrizitätswerke träumen zwar auch von einer fernen Zukunft mit 100% Strom aus erneuerbaren Energiequellen, doch ist es nach ihrer Abschätzung unmöglich, bereits in den nächsten 50 Jahren dieses Ziel zu erreichen. Ich selbst bin jedoch davon überzeugt, dass die schrittweise Umstellung unseres Energiekonsums von den fossilen Brennstoffen zum elektrischen Strom und zum Wasserstoff selbst die Träume unserer Elektrizitätsgesellschaften unrealistisch werden lassen. Ich bleibe dabei: Es braucht alle drei: Energieeffizienz, erneuerbare Energie und Kernenergie.
Gian Schelling 22.12.2009
Unwissend, wo Sie Ihre Deutschen Zahlen hernehmen Herr Jorns, hier ein paar offizielle Zahlen zu Energiepreisen aus der Schweiz und Europa - für Atomkraft leider unvollständig, da aufgr. 24000 Jahren Halbwertsrisiko scheinbar kaum kalkulierbar:
Für Atomforschung in der CH wurden gem. Bundesrat 1956-2007 3.24 Mrd CHF gezahlt (http://www.parlament.ch/D/Suche/Seiten/geschaefte.aspx?gesch_id=20084035)
Für denselben Preis hätten wir auch 1.760 MW Kapazität Windenergie für die Schweiz im In- und Ausland installieren können - mehr Leistung als 1-2 neue KKWs produzieren können. http://www.ewea.org/fileadmin/ewea_documents/documents/00_POLICY_document/Economics_of_Wind_Energy__March_2009_.pdf).
Benedikt Jorns 23.12.2009
Da ist einiges an Aufklärungsarbeit nötig, wahrscheinlich nicht nur bei Gian Schelling !!!
Atomforschung bzw. Atomphysik befasst sich mit dem Atom und insbesondere seinen Elektronen. Damit haben die über 51 Jahre aufaddierten Bundesgelder gar nichts zu tun. Kernforschung (z.B. im CERN) käme der Sache schon näher, ist es aber auch nicht. Hier geht es um Gelder für die Forschung in der Reaktorphysik, oder wie der Bundesrat schreibt um „die Forschung im Bereich Kernenergie (Kernspaltung und Kernfusion)“.
Das Windkraftwerk JUVENT SA auf dem Mont-Crosin mit 8 Windturbinen hat eine installierte Leistung von 7.7 MW. Im Jahr werden durchschnittlich 8.5 GWh elektrische Energie produziert (www.bkw-fmb.ch/de/energie/energiequellen/wind/juvent.html). 1’824 solche Windturbinen bringen wir zwar kaum auf den windreichen Jura, doch wäre die Leistung dann tatsächlich 1'760 MW und jährlich würde im Mittel die Energiemenge von 1'940 GWh produziert. Die Jahresproduktion von Kernkraftwerken liegt jedoch in höheren Dimensionen. Der in der Schweiz zur Diskussion stehende EPR produziert im Jahr 12'000 GWh. Daniel Vischer und Rudolf Rechsteiner vergleichen konsequent die Leistung von Windkraftanlagen und Kernkraftwerken. Eigentlich sollten sie ja wissen, dass Windkraftanlagen eine hohe Leistung haben, die Jahresproduktion jedoch relativ bescheiden ist. Es ist mir nicht klar, ob die beiden Herren einfach nicht in der Lage sind, dies zu begreifen, oder ob sie ganz bewusst das Volk irreführen. Als Regattasegler bin ich zwar ein Fan von Windkraftanlagen, doch können wir damit in der Schweiz leider nur einen ganz kleinen Teil der Stromversorgung abdecken. Vielleicht ist es in Zukunft einmal möglich, riesige Offshore-Anlagen und leistungsfähige (leider nicht billige) Gleichstrom-Hochleistungs-Leitungen durch Europa zu bauen, an welchen sich auch die Schweiz beteiligen kann. Solche Anlagen würden uns allerdings Strom liefern, der wegen der sehr kostspieligen Infrastruktur wesentlich teurer wäre, als die beiden schon erwähnten Herren uns immer verkünden. Zudem sind grossflächige Windkraftanlagen und Hochleistungs-Verbindungen für die betroffenen Gegenden eine nicht sehr attraktive „Bereicherung“ und der politische Widerstand ist vorauszusehen.
Als der Mensch entdeckte, wie viel fossile Energie im Erdboden steckt, kam er auf den Geschmack, diese zu nutzen. Die fossilen Quellen entstanden über mehrere hundert Mio. Jahre und gehen nun langsam zur Neige. Die Erde bietet – wenn alles gut läuft – noch mindestens hundert Mio. Jahre einen attraktiven Lebensraum. Doch für die Energieversorgung stehen uns schon bald nur noch die erneuerbaren Energien und die Kernenergie zur Verfügung. Es ist heute noch nicht vorauszusehen, ob der Anteil der erneuerbaren Energien oder der Kernenergie grösser sein wird. Vermutlich werden die erneuerbaren Energien in ländlichen Gebieten unseren Energiebedarf abdecken können, doch in grossen Agglomerationen und in Industriegebieten wird die Nutzung von Kernenergie notwendig sein. Mit dem heutigen Wissensstand gehe ich davon aus, dass die erneuerbaren Energien zusammen ganz grob gesehen ungefähr die Hälfte unseres Energiebedarfs abdecken werden. Für die andere Hälfte werden wir Kernenergie nutzen. Dabei haben wir noch während einigen Tausend Jahren Brennstoff für die Kernspaltung (Uran-235, Uran-238, Thorium-232), nachher haben wir nur noch Brennstoff für die Kernfusion (z.B. Deuterium und Tritium aus Lithium). Die Kernspaltung von Uran-235 wird in den heutigen Kernkraftwerken angewendet. Die Spaltung der beiden andern Isotope beherrschen wir heute noch nicht befriedigend. Die heutige Forschung und Entwicklung ist gefordert! Wenn Leute wie Daniel Vischer nicht unerwartet an Einfluss gewinnen, schätzt man, dass bis ca. 2030 Kernreaktoren gebaut werden können, welche die beiden in grosser Menge vorhandenen Uran-238 und Thorium-232 nutzbar machen. Ein leider ganz schwieriges Unterfangen ist die Entwicklung von Reaktoren für die Kernfusion. Theoretisch weiss man heute zwar ungefähr, wie ein funktionierender Kernfusionsreaktor aussehen könnte, doch im Moment laufen erst relativ kleine Prototypen. Es ist davon auszugehen, dass die Kernfusion ab ca. 2050 einen langfristig wachsenden Beitrag an die Energieversorgung leisten wird.
Wir sind noch weit davon entfernt, Erdöl, Erdgas und Kohle durch unbeschränkt verfügbare Energiequellen ersetzen zu können. Die Weiterentwicklung der Technik zur Energiegewinnung muss in allen Bereichen weitergeführt und sogar noch intensiviert werden.
Felix Meyer 21.12.2009
Ich schätze das Engagement von Benedikt Jorns für die Kernenergie sehr, aber seine Argumentation ist stellenweise abenteuerlich.
So behauptet er etwa, in Deutschland sei die Arbeitslosigkeit u.a. deshalb hoch weil das Land hohe Strompreise habe (wegen der konsequenten Förderung des Ausbaus der Erneuerbaren Energien). Dann müsste Frankreich mit seinem extrem hohen Atomstromanteil und niedrigen Strom-Erzeugungkosten eine viel niedrigere Arbeitslosigkeit haben. Das ist jedoch nicht der Fall, im Gegenteil.
Tatsache ist, dass die Arbeitslosigkeit vor allem in den ostdeutschen Bundesländern hoch ist, infolge der Wiedervereinigung.
Übrigens ist die Leistung von Atomkraftwerken (vor allem bei den heutigen Druckwasserreaktoren) kaum regelbar. Das Hoch- und Runterfahren dauert lange, ist teuer und wird deshalb vermieden. Sie produzieren gleichmässig sogenannte Bandenergie, auch Grundlast genannt. Die Nachfage der Verbraucher schwankt jedoch sehr stark während des Tages. Deshalb müssen zusätzlich Pumpspeicher-Kraftwerke gebaut werden, die die Kosten des Schwachlast-Atomstroms in die Höhe treiben, Energie verschwenden (Wirkungsgrad nur ca. 75% und der Natur schaden.
Statt neuer großer riskanter Atomkraftwerke, an die wir uns im Fall mindestens 40 Jahre binden würden (so lange muss ein AKW laufen, damit es wirtschaftlich ist), brauchen wir flexible umweltfreundliche Gasturbinen-Kraftwerke, die bei Bedarf flexibel die "Stromlücke" während Spitzenzeiten decken können.
Jürg Rutschi 22.12.2009
Herr Jorns
Obwohl Ihre Informationen interessant sind und ich davon ausgehe, dass sie korrekt sind, ist meine Frage nicht beantwortet. Wenn die 3 GW der KKWs und Importverträge, d.h. ca. die Hälfte unseres heutigen Stromverbrauches mit alternativer Energie gedeckt werden muss, was kostete eine kWh den Endkunden? Und mit welchem Kraftwerkspark wird diese Energie erzeugt, sprich was muss dann konkret getan werden?
Benedikt Jorns 22.12.2009
Auf diese konkrete Frage habe auch ich bis jetzt keine befriedigende Antwort gefunden, weder von den Elektrizitätsgesellschaften noch vom Bundesamt für Energie geschweige denn von unserer Regierung. Auch nicht von Professoren, welche zum Teil eine etwas gar grüne Brille tragen und mir mehr als Ideologen denn als unabhängig und seriös arbeitende Wissenschaftler erscheinen. Immerhin habe ich zu dieser Frage meine ganz persönliche Antwort, welche ich im Laufe der kommenden Jahre sicher noch einige Male den neusten Erkenntnissen werde anpassen müssen.
Wir haben in der Schweiz das Glück, dass wir rund 60% unseres Strombedarfs mit Wasserkraft abdecken können, dies erst noch zu einem sehr günstigen Preis. Die restlichen 40% erzeugen wir zur Zeit mit Kernkraftwerken. Etwa 2020 – 25 wird man die Reaktoren in Mühleberg und Beznau endgültig abschalten. Ca. 20 bis 25 Jahre später folgt die Abschaltung der KKW Gösgen und Leibstadt.
Was wäre, wenn ich in meiner bekannten These „Es braucht alle drei: Energieeffizienz, erneuerbare Energie und Kernenergie“ die Kernenergie weglassen würde? Ist es überhaupt möglich, in Zukunft unsere Stromversorgung nur mit erneuerbarer Energie und ohne Stromimport sicherzustellen? Wenn ja, wie teuer wäre der so produzierte Strom?
Grundsätzlich wären wir in der Lage, 40% unseres Stroms mit Photovoltaik abzudecken. Dabei entstehen nicht nur Kosten für die Solarzellen, sondern auch für die notwendige Infrastruktur. Die Solarzellen sind etwa alle 30 Jahre zu ersetzen, die gesamten Anlagen wären zudem an die Lebensdauer der durch sie belegten Hausdächer oder andern Flächen gebunden. Aus den in Deutschland üblichen quersubventionierten Entschädigungen können wir ungefähr abschätzen, dass der Strompreis in der Schweiz ganz grob gesehen auf das Zehnfache ansteigen würde. Zudem wären zusätzliche Massnahmen für die Sicherstellung der Stromversorgung rund um die Uhr notwendig, welche nochmals grosse Kosten mit sich bringen würden. Zwar hätten wir damit viele Arbeitsplätze bei der Produktion von Solarzellen geschaffen, doch der Produktionsstandort Schweiz wäre bei diesem horrenden Strompreis nicht mehr gefragt. Es ist sinnvoll, durch die Subventionierung von Photovoltaik-Anlagen deren Weiterentwicklung zu fördern. In besonderen Situationen ist ihre Anwendung schon heute wirtschaftlich. Unsere sehr leistungsfähigen Kernkraftwerke mit Photovoltaik zu ersetzen, ist undenkbar.
Andere erneuerbare Energien sind viel effizienter und kostengünstiger als die Photovoltaik. Wir sind jedoch heute noch nicht in der Lage, abzuschätzen, wann sie unsere Strombedürfnisse allenfalls werden abdecken können. Beispielsweise sind Windkraftanlagen sehr effizient und es lässt sich so zu bezahlbaren Preisen Strom produzieren. Leider ist die Schweiz ein windarmes Land. Der Bau von Windkraftanlagen ist bei uns trotzdem sinnvoll. Doch reicht die in der Schweiz so produzierbare Strommenge nirgends hin. Wir können uns jedoch an riesigen Offshore-Anlagen und leistungsfähigen Gleichstromleitungen durch Europa beteiligen. Alleine kann das kleine Binnenland Schweiz dies nicht realisieren. Wann ein solches internationales Projekt spruchreif ist, wissen wir heute noch nicht. Zur Diskussion steht auch das faszinierende Solarprojekt Desertec in der Wüste Sahara. Ich wünsche mir und glaube auch daran, dass sich die Schweiz hier stark engagieren wird. So produzierter Solarstrom ist zwar immer noch wesentlich teurer als Strom aus Kernenergie, doch wäre sein Preis im diskutierbaren Bereich. Stromerzeugung mit heissem Wasser aus Tiefenbohrungen könnte für die Schweiz sehr interessant werden, doch auch hier ist noch nicht abzusehen, wann wir mit dieser Technik in grossem Masse werden Strom produzieren können. Solaranlagen für die Warmwasseraufbereitung sind heute schon effizient und kostengünstig einsetzbar. Ich wäre sofort dafür zu begeistern, sie bei Neubauten zu verlangen. Bei Altbauten könnte durch die Einführung von Gebrauchsgebühren ein Fond geschaffen werden, welcher die Subventionierung von Umstellungen auf die neue Technik finanzieren würde.
Was können wir von einer besseren Energieeffizienz erwarten? Die grössten Fortschritte erreichen wir vor allem durch eine bessere Isolation unserer Häuser und durch die Nutzung von Bodenwärme. Es ist dabei nicht sinnvoll, Gebäude, welche nur noch wenige Jahrzehnte bewohnt werden, mit viel Aufwand effizienter heizbar zu machen oder gar vorzeitig abzureissen. Die Verbesserung der Wärmeisolation unserer Häuser erfolgt, realistisch gesehen, noch über einen Zeitraum von rund 50 Jahren. Die Verbesserung der Energieeffizienz beim Automotor und andern Verkehrsmitteln zeigt nur Wirkung, wenn nicht gleichzeitig die Anforderungen an unsere Mobilität ständig wachsen. Was nützen z.B. Massnahmen, um den Strassenverkehr zwischen unseren Städten durch bessere Bahnverbindungen zu entlasten, wenn gleichzeitig immer mehr Menschen auf den Geschmack kommen, in der einen Stadt zu wohnen und in der andern zu arbeiten? Was nützt es, auf Stromsparlampen umzustellen, wenn wir gleichzeitig mehr Wohnfläche und vielleicht sogar noch eine Ferienwohnung beanspruchen? Was bringt der Verzicht auf Standby-Schaltungen, wenn wir parallel dazu den PC, das Zahnbürstchen und den Rasierapparat über Strom fressende Akkus mit Strom versorgen? In vielen Bereichen nützt Energieeffizienz ohne Energiesuffizienz gar nichts. Die Verbesserung der Energieeffizienz ist ein langsam stattfindender Prozess mit vielen kleinen versteckten Umwegen und ständig neuen selbstkritischen Fragestellungen. Sie findet nicht nur im kommenden Jahr statt sondern dauert über viele Jahrzehnte und sie kommt nicht erst auf uns zu, wir stehen schon lange mitten drin. Realistisch gesehen dürfen wir nicht einen signifikanten Rückgang unseres Energie- und insbesondere Stromverbrauchs erwarten, welcher sich dann irgendeinmal in der Verbrauchsgrafik niederschlägt. Vielmehr ist es so, dass schon bisher diese Grafik dank steigender Energieeffizienz weniger steil angestiegen ist und auch in Zukunft weniger steil ansteigen wird.
Hier nun meine Antwort an Jürg Rutschi:
Falls bei der voraussichtlich 2013 stattfindenden Volksabstimmung der Bau von neuen Kernkraftwerken abgelehnt werden sollte, könnten wir in der Schweiz höchstwahrscheinlich den heute von den KKW produzierten Strom nicht durch erneuerbare Energien ersetzen. Wir würden vermutlich in der Schweiz eine ähnliche Entwicklung erleben, wie wir sie in Österreich beobachten können. Positiv wäre die etwas vermehrte Nutzung von erneuerbarer Energie. Negativ wäre der Bau von mehreren Gaskombi-Kraftwerken mit ihrem recht hohen CO2-Ausstoss und den damit verbundenen im Ausland einzukaufenden lästigen CO2-Kontigenten. Negativ wäre auch die zunehmende Auslandabhängigkeit sowohl beim kaum zu umgehenden Stromimport wie beim Import von Erdgas. Und negativ wäre eine Verdoppelung des Strompreises auf das Preisniveau in Österreich.
Hier mein Vorschlag zu unserer zukünftigen Energiepolitik:
Wir fördern alle sinnvollen Projekte zur Nutzung erneuerbarer Energien und zur Erhöhung der Energieeffizienz so gut wir können und mit soviel Subventionen, wie dies politisch noch akzeptiert wird. Gleichzeitig treiben wir alle drei KKW-Projekte zeitlich versetzt voran. Die eigentliche Bauphase eines Kernkraftwerks dauert nur etwa fünf Jahre. Die Projektierungsphasen und vor allem das mehrstufige Bewilligungsverfahren mit allen sich abzeichnenden politischen Seilziehen dauern wesentlich länger. Die Realisierung von jedem KKW machen wir vom unmittelbar vor dem Baubeginn besser abschätzbaren Strombedarf abhängig. So wird auch die Weiterentwicklung der Reaktortechnik berücksichtigt. Nur so ist es allenfalls möglich, auf geplante Atomkraftwerke verzichten zu können, ohne dass die Stromversorgung in unserem Land gefährdet wäre.
Steuerzahlender Normalbürger 03.01.2010
Ich finde, das ist einfach eine Sauerei.
Wenn diese Leute Alternativenergien wollen, müssen sie dafür bezahlen.
Wir müsse auch für unser Feierabenbier bezahlen!
Ich brauche keine Alternativenergien, Fixerstüblis, Integrationsprogramme und Sozialtanten!
Gian Schelling 23.12.2009
Stromüberschuss statt Stromlücke, Teil II:
Deutschlands Primärenergiebedarf sank 2009 um 6.5%! Wie heute in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, S. 11 zu lesen: Der Energieverbrauch sinkt so stark, dass erneuerbare Energien dank Vorfahrt nun 9%, Atomenergie nur noch 11% am Gesamtenergieverbrauch ausmacht. Auch der Deutsche Verbrauch aller anderen konventionellen Energien sank. Ergo: Die Atomfreie Zeit rückt faktisch näher. Ich vertraue darauf, dass dieser Trend aufgr. Kosten- und Risikenbewusstsein der Verbraucher auch in der Schweiz einsetzen wird.
Plastik gegen atom 25.12.2009
Füttern wir die Müllverbrennungen der Schweiz mit PET- Flaschen, damit der Strom aus der Verbrennung den Atomstrom errsetzt!
TINA 01.01.2010
In Deutschland sinkt der Energieverbrauch, weil die Deutschen in die Schweiz stürmen, ist weniger arm und viel weniger Arbeitslosigkeit!
Japan und China werden uns überholen, mit mehr Wohlstand und Atomkraft!
Mit den Müllverbrennungen gibt es nie soviel Strom wie mit Atomkraft!
Urs Felix 10.01.2010
Zu Tinas Kommentar:
In Deutschland und anderen Ländern wie z.B. Dänemark sinkt nicht nur der Energieverbrauch insgesamt, sondern es sinkt auch der Stromverbrauch JE EINWOHNER.
Sie machen einen Denkfehler wenn sie glauben, die Zuwanderung sei der Hauptgrund für den hohen Stromverbrauch. In der Schweiz wir zu sorglos mit der wertvollen Energie Strom umgegangen.
Wir brauchen dringend einen Ausbau der Windenergie statt neuen Atomkraftwerken. Der Jura und die Westflanke der Alpen sind bestens für Windräder geeignet.
Plastik gegen Atom 12.02.2010
Einwanderung stoppen PET in die Müllverbrennung und mehr Windrädli statt Kühltürme!
Peter Bachmann 27.02.2010
Im Schatten einer Studie über die Plauderbörse Facebook stellte ich eine einfache Rechnung an: 1,8 Mio FB-Nutzer x durchschnittlich 25 Min x etwa 35 Watt, macht 27 MWh pro Tag, allein für diesen sinnlosen Mist. Kein Wunder, dass Leute ein neues KKW fordern, während Unternehmen rundum die Seite sperren müssen....
marbea 27.02.2010
sinnloser mist ?? meinen sie etwa immer genug strom oder facebook? was sonst würden die leute denn sonst schauen ?? immergenug strom weckt das interesse und die teilnahme an problemlösungen ,die nicht verschlafen werden sollten.es muss ja nicht immer alles gescheit und richtig sein.
Peter Bachmann 27.02.2010
Doch. Ich finde eben auch Computer mit seiner Papier- und stromfressenden Infrastruktur sollten für gescheite Anwendungen genutzt werden und da gehört FB sicher nicht dazu.
Die neuen Analphabeten bringen ja kaum mehr einen fehlerfreien Satz zustande (auch in diesem Forum). Aber ja, es ist halt einfacher einander in der Anonymität Blödsinn zu tippen, anstatt kreativ etwas zu unternehmen.
MICHI 28.02.2010
Facebook ist wichtig, ist heute eine Art virtuelle Plauderbörse.
Die Leute stimmen ganz einfach an der Steckdose ab!
MICHI 28.02.2010
www.kettenreaktion.ch
Der Strom, den wir für unsere Lebensqualität benötigen, muss umwelt- und sozialgerecht erzeugt werden!