StromWissen

Energiezukunft

Der Stromverbrauch steigt weiter an

Die Nachfrage nach Strom wird langfristig weiter wachsen. Die Gründe hierfür sind vielfältig. So wird die Bevölkerung in den nächsten 30 Jahren um mehr als eine Million zunehmen. Wachsen werden auch Wirtschaft (1% jährlich), Verkehrsleistung (1 bis 1,7%) und Gebäudeflächen (1%). Zudem nimmt die Digitalisierung weiter zu, und auch der Umstieg von den fossilen Energieträgern auf neue Technologien bringt einen Mehrbedarf an Strom.

Industrie und verarbeitendes Gewerbe (32,2%), Haushalte (31,2%) und Dienstleistungsunternehmen (26,8%) sind die drei grössten Stromverbraucher der Schweiz. Der Rest verteilt sich auf Verkehr und Landwirtschaft.

Die Schweizer Stromverbraucher.

Die Schweizer Stromverbraucher

Quelle: BFE, Schweizerische Elektrizitätsstatistik 2010

Der Strombedarf steigt stetig

Zwischen 1990 und 2010 ist der Stromverbrauch in der Schweiz um mehr als 25 Prozent von 47 auf rund 59,8 Terawattstunden (TWh) gewachsen. Gründe dafür sind die Bevölkerungsentwicklung, das Wirtschaftswachstum und das zunehmende Bedürfnis nach Mobilität, Komfort und Bequemlichkeit.

Elektrisch betriebene Geräte werden zwar immer effizienter und brauchen daher weniger Strom für dieselbe Leistung. Allerdings steigt gleichzeitig ihre Leistungsfähigkeit und nimmt die Anzahl Geräte pro Haushalt zu. Unter dem Strich bleibt der Stromverbrauch also relativ konstant oder nimmt gar leicht zu. So ist der Verbrauch für Unterhaltungs- und Kommunikationsgeräte zwischen 2000 und 2009 von 2,75 auf 2,78 TWh gestiegen, trotz erheblicher Effizienzsteigerungen.

Entwicklung des Stromverbrauchs nach Kundengruppen.

Entwicklung des Stromverbrauchs nach Kundengruppen

Quelle: BFE, Schweizerische Elektrizitätsstatistik 2010

Stromverbrauch im Haushalt

Der Verbrauch in den Haushalten macht rund 31 Prozent des heutigen Strombedarfs der Schweiz aus. Ein Haushalt braucht durchschnittlich 5‘000 kWh elektrische Energie – mit steigender Tendenz.

Zwischen 2000 und 2009 hat der Verbrauch im Haushalt um 17,7 Prozent zugenommen. Die Zunahme erfolgte in allen Verwendungszwecken. Besonders stark stieg der Verbrauch bei den sonstigen Verwendungen (+67%) sowie beim Waschen und Trocknen (+45%).

Stromverbrauch in privaten Haushalten nach Verwendungszwecken.

Stromverbrauch in privaten Haushalten nach Verwendungszwecken

Quelle: BFE, Analyse des schweizerischen Energieverbrauchs 2000-2009

Stromverbrauch in den Sektoren Dienstleistungen und Landwirtschaft

Die Sektoren Dienstleistungen und Landwirtschaft verbrauchen rund 29 Prozent des Schweizer Stroms. Zwischen 2000 und 2009 haben diese beiden Wirtschaftszweige ihren Verbrauch um mehr als 15 Prozent gesteigert.

Der Anteil der Elektrizität am gesamten Energieverbrauch ist dabei von 40 auf 46 Prozent gestiegen, hauptsächlich aufgrund eines erhöhten Bedarfs für Klima, Lüftung und Haustechnik.

Stromverbrauch in den Sektoren Dienstleistungen und Landwirtschaft nach Verwendungszwecken.

Stromverbrauch in den Sektoren Dienstleistungen und Landwirtschaft nach Verwendungszwecken

Quelle: BFE, Analyse des schweizerischen Energieverbrauchs 2000-2009

Stromverbrauch in der Industrie

Mit rund 18 Terawattstunden benötigt die Industrie rund einen Drittel des Landesverbrauchs. Zwischen 2000 und 2009 hat sich ihr Verbrauch nur minimal verändert (+ 0,7%). Die Konjunktur hat einen wesentlichen Einfluss auf den Stromverbrauch in diesem Sektor: Während er zwischen 2000 und 2008 um 6,7 Prozent zunahm, verringerte er sich von 2008 auf 2009 wieder um 5,6 Prozent. Der Rückgang entfällt in erster Linie auf den Bereich Antriebe, Prozesse und Steuerung.

Stromverbrauch in der Industrie nach Verwendungszwecken

Stromverbrauch in der Industrie nach Verwendungszwecken

Quelle: BFE, Analyse des schweizerischen Energieverbrauchs 2000-2009

Strom als Ersatz für Öl und Gas

Elektrizität ist die Energie der Zukunft. Im Gegensatz zu fossilen Energieträgern kann Strom, abhängig von der Erzeugungsart, einen geringen CO2-Ausstoss aufweisen. Der Schweizer Strommix mit rund 60 Prozent Wasserkraft und 40 Prozent Kernenergie ist sogar fast CO2-frei. Bei vielen Anwendungen werden Öl und Gas zur Steigerung der Energieeffizienz durch Strom ersetzt. Dies führt zu einem höheren Stromverbrauch. Beispiele hierfür sind die Elektromobile, Wärmepumpen sowie der Ausbau des Schienenverkehrs.